151117VogelkampNeugraben – Am 23. September hat für Karen Pein, Chefin der IBA Hamburg GmbH, so sagt sie, „eine neue Zeitrechnung begonnen“. An diesem Tag teilte der  Senat

nämlich öffentlich mit, dass der Bauabschnitt IV. des Neubaugebiets Vogelkamp zunächst für eine riesige Flüchtlingsunterkunft mit mindestens 3000 Plätzen genutzt werden soll.

Für die erfolgreiche Stadtentwicklerin muss das ein Schlag ins Kontor gewesen sein, doch darüber redet sie nicht öffentlich. Im Stadtplanungsausschuss der Bezirksversammlung Harburg präsentierte sie vielmehr eine durchaus positive Zwischenbilanz der Vermarktung von Baugrundstücken im Vogelkamp und auch im Fischbeker Heidbrook auf dem Gelände der ehemaligen Röttiger-Kaserne.

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Die bisher fertiggestellten Gebäude im Neubaugebiet. Die wenigsten sind die laut Pein begehrten Einzelhäuser. Foto: zv

Zunächst einmal ging Karen Pein auf eine Zahl ein, die wenige Tage nach der Ankündigung, den Vogelkampern eine Massenunterunterkunft vor die Tür zu setzen, die Runde machte. Demnach hätten schon drei Interessenten ihre Reservierungen für ein Baugrundstück rückgängig gemacht. Karen Pein: „Die Zahl stimmt, allerdings kam der erste Rückzug vor der Ankündigung. Einer wurde tatsächlich mit den Flüchtlingen in der Nachbarschaft begründet, der dritte war dagegen eine Folge von persönlichen, nicht vorhersehbaren Ereignissen.“ Also: Nur ein Interessent hat seine Reservierung wegen der Flüchtlinge platzen lassen. Allerdings: Sechs weitere Kaufinteressenten haben ihre Reservierungen für den Vogelkamp umgetauscht und wollen jetzt in den Fischbeker Heidbrook.

Im Übrigen sei das Interesse an beiden Baugebieten groß. So seien im Bauabschnitt II vom Vogelkamp 93 Prozent der Grundstücke für ein Einzelhaus verkauft, im Bauabschnitt IIIa immerhin auch schon 56 Prozent. Im Fischbeker Heidbrook seien auch schon 86 Prozent der bisher angebotenen Einzelhaus-Grundstücke verkauft.

Karen Pein berichtete schließlich von einem interessanten Phänomen, das erst seit Wochen zu beobachten ist: Viele Kaufinteressenten seien erst durch die massive Berichterstattung über das geplante Flüchtlingsdorf auf den Süden Hamburgs aufmerksam geworden und können sich jetzt vorstellen, hier zu leben. Dass Vogelkamp und Fischbeker Heidbrook ein starkes Image haben und auch über die Grenzen des Bezirks hinaus strahlen, belegten diese Zahlen: Von 134 Kunden der IBA GmbH kamen 54 aus dem Bezirk Harburg, aber 63 aus Hamburger Stadtteilen nördlich der Elbe. Weitere elf leben bisher im Landkreis Harburg, sechs von ganz woanders. ag

Veröffentlicht 17. November 2015