151110GedenkenHarburg - Kundgebung gegen das Vergessen: Am Dienstagabend fand in Harburg das Gedenken an die Pogromnacht vom 10. November statt. Rund 50 Personen folgten

der Einladung der Initiative Gedenken in Harburg auf den Jüdischen Friedhof. Nach mehreren kleinen Ansprachen folgte der Schweigemarsch zum Portal der der ehemaligen Harburger Synagoge, wo Kränze niedergelegt wurden.

Vor 77 Jahren, am 10. November, wurde in Harburg der jüdische Friedhof in der Pogromnacht geschändet und das Totenhaus durch Brandstiftung zerstört. Die Feuerwehr wurde von Nazi-Sympathisanten am Löschen gehindert.

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Pröpstin Carolyn Decke bei ihrer Rede auf dem jüdischen Friedhof. Foto: cb

Die Pogrome in Deutschland markierten den Übergang von der Diskriminierung der deutschen Juden zur systematischen Verfolgung, die knapp drei Jahre später in den Holocaust mündete. "Die Sünde der Gleichgültigkeit stirbt nicht aus. Deshalb bleibt es wichtig, sich an diesem Tag hier zu versammeln", betonte Pröpstin Carolyn Decke.

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Der Schweigemarsch zum Synagogen-Mahnmal. Foto: cb

"Auch wenn es Jahrzehnte her ist, dass in Deutschland und in Hamburg Synagogen und wie hier die Leichenhalle eines Friedhofes brannten, jüdische Wohnungen und Geschäfte verwüstet worden sind und Menschen geschlagen, gequält und deportiert wurden, gibt es für diese Ungerechtigkeit keinen Punkt des Vergessens", sagte Bezirksamtsleiter Thomas Völsch.  (cb)