151001DrehHarburg - Das war wohl nichts: Nach vielen Monaten des Wartens sollte am Donnerstagmorgen endlich die Drehbrücke über den Lotsekanal eingehoben

werden. Immer wieder hatte sich der Termin wie berichtet aus verschiedensten Gründen verschoben. Jetzt sollte es endlich losgehen. Um 7.30 Uhr kam die Nachricht, dass die Brücke per Schiff zum Kanalplatz unterwegs ist und bereits den Binnenhafen erreicht hat.

An Bord des Leichters "Hanno" kam die rund 46 Meter lange Drehbrücke - sie besteht aus einem 34 Meter langen drehbaren Teil auf der Südseite und einem festen, zwölf Meter langem Teil - nach ihrer langen Reise aus Cuxhaven endlich am Kanalplatz an.

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An Bord des Leichters Hanno erreicht die Drehbrücke den Kanalplatz. Foto: cb

Dort liefen die Aufbauarbeiten eines riesigen Telekrans bereits auf Hochtouren. Da der Kran noch nicht fertig war, blieb die Brücke zunächst an Bord der Hanno - und dort wird sie auch vorerst bleiben: Der Einhub wurde gestoppt.

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Die Kräne sind mittlerweile wieder abgerückt. Foto: cb

Der Grund für dieses Malheur waren Probleme mit der Statik des Krans, der die tonnenschweren Teile einheben sollte. Auf Anfrage von harburg-akeutell sagte Richard Lemloh, Pressesprecher der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation: "Die weiteren Arbeiten zum Einhub wurden vom Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG)  mit sehr großem Unverständnis und Bedauern gestoppt: Die ausführende Firma hat aus dem LSBG unbekannten Gründen die Lastverteilungskonstruktion nicht vorbereitet, die gemäß Kranstatik erforderlich ist."

Lemloh weiter: "Der Auftragnehmer wurde aufgefordert, Abhilfe zu schaffen, kann das benötigte Material für die Lastverteilungskonstruktion jedoch nicht kurzfristig beschaffen."

Der Kran wurde wieder abgebaut und hat Mittags die Baustelle am Kanalplatz wieder verlassen. Laut Lemloh ist mit einem Einhub in dieser Woche nicht mehr zu rechnen. "Einen neuen Termin konnte der Lieferant noch nicht benennen", so Lemloh.  (cb)