150918Halle2Fischbek - Es wird die Mega Flüchtlingsunterkunft in Deutschland. 4200 Menschen werden rund um den ehemaligen Obi-Markt an der Straße am Aschenband

und am Geutenweg leben. Dort wird eine Zentrale Erstaufnahme für gut 600 Menschen und Folgeeinrichtungen für mehr als 3500 Flüchtlinge eingerichtet.

„Was hier momentan passiert, ist die notfallmäßige Einrichtung einer zentralen Erstaufnahme“, so die Leiterin des Einwohnerzentralamtes, Johanna Westphalen am Freitagvormittag vor Ort, während im Hintergrund Helfer bereits Feldbetten aufbauten. „Das ist alles blitzschnell gegangen, weil momentan 400 bis 500 Menschen nach Hamburg kommen, die wir unterbringen müssen.“ Erst am Dienstag war der Notarvertrag für den Kauf der Halle abgeschlossen worden. Am Donnerstag bekam die Behörde den Schlüssel. Am Freitagmorgen begann der Aufbau. „Wir werden im ersten Schritt etwa 300 Menschen hier unterbringen“, so Westphalen. Das passiert bereits im Laufe des Freitags. „Wir würden gern 450 hier unterbringen. Das würde auch klappen – wenn wir die Betten hätten. Wir haben aber keine Doppelstockbetten. Die sind vom Markt weg.“ Jetzt hat man Feldbetten von Globetrotter angeschafft. Das ist nicht das einzige Problem. „Wir haben noch keine richtige Abwasseranlage. Deshalb wird es draußen Sanitäranlagen geben, von denen das Abwasser abtransportiert wird“, so Westphalen. Trinkwasser gibt es. Der große Vorteil für die Behörde. Man kann die Halle heizen. Vor dem ehemaligen Obi-Markt sollen Container für 250 Menschen aufgestellt werden. Auch da hakt es. „Container sind auch alle“, so Westphalen.

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Die "notfallmäßige" Einrichtung der ZEA im ehemaligen Obi-Markt. Foto: zv

So schnell wie möglich wird auf angrenzenden Grundstücken mit dem Bau der Folgeeinrichtungen begonnen. „Wir müssen auch in der Folgeunterbringung in anderen Dimensionen denken und bauen. Ob es uns passt oder nicht“, sagt dazu Jan Pörksen, Staatsrat der Behörde für Arbeit, Soziales, Familie und Integration (BASFI).

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Die "notfallmäßige" Einrichtung der ZEA im ehemaligen Obi-Markt. Foto: zv

„Es wird eine Folgeeinrichtung entstehen, auf der rund 100 massive Holzhäuser mit jeweils vier Wohnungen gebaut werden“, sagt Harald Krüger, Geschäftsführer des DRK. „Das hat auch Wohncharakter. Das wird ein kleines Dorf werden mit Spielplätzen, mit Gesundheitsstation, mit Kinderversorgung, Café-Bereich oder Räumen für Religionsgemeinschaften.“ Natürlich könne man Einrichtungen in dieser Größenordnung kritisieren, deshalb werde einen besonderes Augenmerk auf die Integration der Geflüchteten gelegt. „Eine Voraussetzung dafür: Diese Einrichtung soll so normal wie möglich werden.“ Soll heißen: der provisorische Charakter, der sonst vielen Camps anhaftet, soll möglichst vermieden werden.

Trotzdem hatte es auch in Harburg Kritik gegeben. Unter anderem haben Britta Herrmann, Grünen-Fraktionsvorsitzende in der Bezirksversammlung Harburg und auch Parteifreund Jörg Penner  in Briefen an die Bürgerschaftsfraktion der Grünen erhebliche Bedenken geäußert. Das wurde am Dienstag auf einer Mitgliederversammlung der Hamburger Grünen bekannt. Penner soll die Kritik allerdings nicht in seiner Funktion als Baudezernent, sondern als Mitglied formuliert haben. Inzwischen hat aber Anjes Tjarks, Chef der Grünen-Bürgerschaftsfraktion, erklärt aber, die Politik des rot-grünen Senats werde voll mitgetragen.

Wie lange die Einrichtungen dort sein werden, ist unklar. Experten gehen davon aus, dass es Jahre sind. zv/ag

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