150905Flucht4Harburg – Herzlich, oftmals euphorisch sind am späten Samstagabend rund 120 Flüchtlinge im Bahnhof Harburg empfangen worden, die per Zug aus Ungarn

via Österreich nach Deutschland gekommen sind. Mehrere hundert Menschen hatten sich im Bahnhof versammelt und im Tunnelbereich Richtung Zentrale Erstaufnahme ein Spalier gebildet und Unmengen von Lebensmitteln zu Begrüßung bereitgestellt. In der Erstaufnahme in der ehemaligen Post mussten vor der Ankunft Plätze frei gemacht werden, um die Flüchtlinge aufzunehmen.

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Eine Frau bedankt sich nach der Ankunft für die Hilfsbereitschaft. Foto: zv

Mit knapp zehn Minuten Verspätung war der ICE 90 aus Wien in Harburg am Gleis 2 eingetroffen. Kurz nach dem Halt kamen aus den hinteren Waggons die ersten Flüchtlinge, teilweise mit schlafenden Kindern auf den Armen, über den Bahnsteig. Mit Lebensmitteltüten voll Obst und vor allem Wasser stürmten hilfsbeseelte Menschen ihnen entgegen. „Wir sind so glücklich hier zu sein. Danke, danke, danke“, sagte eine der ersten Frauen, die als Flüchtling den Bahnsteig betreten hatten auf Englisch. Am Abgang zum Tunnel Richtung ZEA wartete Harburgs linksautonome Szene mit Plakaten und Parolen.

Unten Im Tunnel war es ein bunter Mix von Menschen, die jede Gruppe der durchgehenden Flüchtlinge beklatschte. „Train of Hope“ hatte die Unterstützerszene den Zug getauft und die Ankunft in sozialen Netzwerken angekündigt. Später war im Tunnel Einsammeln angesagt. Die mitgebrachten Lebensmittel überstiegen den Bedarf mehr als deutlich.

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Durch ein Spalier gingen die Flüchtlinge Richtung ZEA. Foto: zv

100 Meter weiter begann für die Neuankömmlinge und weitere Menschen, die am frühen Morgen mit dem Bus gekommen waren, der Flüchtlingsalltag. Die Erstaufnahme in Harburg ist immer noch der zentrale Anlaufpunkt für Flüchtlinge in Harburg. Den Tag über hatte die Behörde Plätze frei gemacht. Bewohner mussten in andere Unterkünfte, vor allem in die Erstaufnahme in den Messerhallen, umverteilt werden. Die erste Nacht in Hamburg sollten die neu angekommenen Flüchtlinge in der ZEA in Harburg verbringen, bevor sie auf andere Einrichtungen zur Erstaufnahme, von denen es mittlerweile 14 in Hamburg gibt, verteilt werden. In Harburg werden sie vorher registriert und medizinisch untersucht. zv

Veröffentlicht 6. September 2015