150902HAfenplanHarburg – Auf der Suche nach jeder noch so kleinen Fläche, auf der sich noch die eine oder andere Wohnung unterbringen lässt, ist Harburgs Baudezernent Jörg Penner auf der

Schlossinsel fündig geworden. Er schlägt vor, zwischen Lotsekai und Lotsestieg noch ein weiteres Gebäude zuzulassen. Es könnte zum Teil zum Wohnen genutzt werden, allerdings nur in einem Abstand von 65 Meter zur 380-Kilovolt-Leitung, die zum Ärger der Stadtplaner die Schlossinsel überquert.

Laut Bebauungsplan ist für die städtische Fläche eine Stellplatzanlage vorgesehen. Die wegfallenden Plätze könnten laut Penner auch in dem Parkhaus nachgewiesen werden, das weiter nördlich direkt unter der Stromleitung geplant ist.

Heikel an diesem Vorschlag ist der Konflikt zwischen Wohnnutzung und Hafenlärm – zum Beispiel von der benachbarten Jöhnk-Werft. Penner: „Da müssten wir ein Lärmgutachten in Auftrag geben.“  Sollte sich herausstellen, dass der Konflikt – wie auch immer – zu lösen ist, könnten auch in dem bestehenden Gebäude, in dem unter anderen Andreas Behn seine Kaffeerösterei betreibt, Wohnungen zugelassen werden. Eine attraktive Wohnlage am Wasser mit Drehbrücke vor der Haustür wäre das schon.

Doch schon jetzt steht die CDU auf der Bremse. „Wir sind sehr skeptisch, was den Lärm angeht“, sagt Fraktionsvize Rainer Bliefernicht. Er vermutet hinter dem Vorschlag von Penner sogar dessen Strategie, störende Betriebe aus dem Binnenhafen zu vertreiben. Bliefernicht: „Nicht mit uns!“ Penner erklärte zwar ausdrücklich, dass dies keinesfalls seine Absicht sei. Bliefernicht schien er damit wenig zu beeindrucken. ag

Veröffentlicht 2. September 2015