Veritasbeach2Harburg –  Im Sommer abends noch mal ein bisschen chillen? Da ist der Veritas Beachclub von Heiko Hornbacher immer in der engen Wahl. Harburg am Wasser – völlig

entspannt! Deshalb muss auch jeder, der in Harburg das Sagen hat, dafür sorgen, dass es so bleibt.

Damit Thomas Völsch und sein Bezirksamts-Team das nicht vergessen, stellen alle Fraktionen in der Bezirksversammlung immer mal wieder Anträge mit irgendwelchen Forderungen.

Diesmal fordert zum Beispiel Kay Wolkau von den Grünen, das Bezirksamt möge doch bitte einen Runden Tisch einberufen, an dem es mit Hornbacher, der Finanzbehörde und „anderen Akteuren vor Ort“ eine „einvernehmliche Lösung zur Verlagerung des Beachclubs“ sucht.

Schon bei der Gründung des Veritas Beachclubs im Juli 2005 war klar, dass sein Standort nur ein Provisorium ist. Irgendwann müsste Hornbacher Strandkörbe, Palmen und Zapfhähne einpacken und woanders wieder aufbauen – auch wenn einige heute so tun, als ob das völlig überraschend kommt.

Zur Vorgeschichte: Nach der Wende machte die Firma K + S mit der Verwertung abgewrackter DDR-Industrie auf dem Gelände Geschäfte – mit Wasseranschluss direkt am Lotsekanal. Als mutige Stadtplaner dann Harburg „zurück an die Elbe“ (auch wenn das historisch nicht ganz korrekt ist) dachten, war der Schrottplatz in der Nartenstraße (heute: Veritaskai) im Weg. Das war ein dickes Brett, trotzdem fand der Senat eine Lösung: K + S verschwindet auf Kosten der Stadt in den Hafen nach Wilhelmsburg. Zur Refinanzierung wird das Grundstück an einen Investor verkauft.

Der erste Schritt war 2001 getan, der Schrottplatz war weg. Die Stadt blieb allerdings zunächst auf den Kosten sitzen, Projektentwickler Frank Lorenz wurde das Areal zwar zweimal an Hand gegeben, um dort ein Hotel zu bauen. Offenbar war die Zeit aber noch nicht reif, der Binnenhafen und auch die Schlossinsel mussten sich erst richtig entwickeln. 2006 wies Harburgs Chef-Stadtplaner Carl-Henning von Ladiges die Bezirkspolitik darauf hin, dass bei einem Hotel – oder was immer dort gebaut werden sollte – bis zu 17 Stockwerke genehmigt werden sollten: „Die Größe dieses Hauses wird von den Kosten für die Verlagerung des Schrottplatzes vorgegeben.“

Das scheint heute alles vergessen. So wunderten sich die Betreiber der neuen Event-Location „Elblounge“ vor wenigen Tagen darüber, dass ihnen so ein Klotz vor der Haustür die schöne Aussicht vermiesen würde. Das habe ihnen niemand gesagt. Und auch CDU-Kreischef Ralf-Dieter Fischer ist offenbar nicht mehr ganz im Film. Auf der monatlichen Pressekonferenz seiner Fraktion behauptete der Hornbacher-Schwager, der gültige Bebauungsplan sehe an dieser Stelle ein „vierstöckiges Parkhaus“ , aber bestimmt kein Hochhaus vor. Das ist nachweislich falsch.

Der Bebauungsplan „Harburg 67/Heimfeld 46“  erlaubt auf dem östlichen Teil des Beachclub-Areals ein Gebäude von 65 Metern Höhe. Das kann Fischer hier noch einmal nachprüfen: http://www.geoportal-hamburg.de/bplan/Harburg67-Heimfeld46Blatt1.pdf

„Das wäre ja auch Irrsinn, ausgerechnet an dieser exponierten Stelle ein Parkhaus hinzustellen“, sagt SPD-Fraktionschef Jürgen Heimath.

Fischers Fraktion hat jetzt beantragt, die für Herbst 2014 angekündigte Verlagerung des Beachclubs zu stoppen – solange bis jenes Areal am Treidelweg bereit steht, das Hornbacher immer wieder in Aussicht gestellt worden ist. Dieser Plan bekam einen gehörigen Dämpfer, als der Senat im Frühjahr 2012 die Mittel für die dringend notwendige Sanierung der Kaimauern streckte. Bleibt es dabei, würde das Gelände am Treidelweg erst Anfang der 30er-Jahre dieses Jahrhunderts zur Verfügung stehen. Zu lange für Hornbacher, zu lange für die Beachclub-Fans! Also verlangt die CDU, das Geld für die Sanierung schnellst möglich aufzutreiben. Zu klären wäre dann allerdings noch, welche Auswirkungen so eine millionenschwere Sanierung auf die Pacht des Clubareals hätte und ob sich das für den Betreiber dann noch rechnet.

Was die CDU-Fraktion ebenfalls nicht zur Kenntnis nimmt: Nach Informationen von harburg-aktuell gibt es jetzt einen ernsthaften Interessenten für das Veritas-Areal. Dabei soll es sich um einen Harburger Unternehmer handeln, der im Hamburger Süden zwei Fitness-Clubs betreibt. Er soll den Bau eines spektakulären, auffallend schlanken  Design-Hotels planen. ag