110621AbstimmungHarburg - Das Außenmühlenfest steht auf der Kippe. Nachdem die Politik mit der Mehrheit der SPD nicht dem Sicherheitskonzept von Veranstalter Heiko Hornbacher zugestimmt hat, das eine Einzäunung des Geländes

mit Zugangskontrollen vorsieht, ist unklar, ob es durchgeführt wird. "Ich werde das jetzt erst einmal sacken lassen, darüber nachdenken und mit den Schaustellern reden, ob sie unter diesen Voraussetzungen mitziehen werden", sagt Hornbacher. Das Rathausfest war für die Hamburger wegen dem gleichen Problem geplatzt.

Der Entscheidung war ein Kaspertheater vorausgegangen, bei dem vor allem die Genossen durch Ignoranz und Naivität glänzten. Dabei war, so zeigte die Eierei bei den Fragen und der Verdrängung von Einschätzungen der Polizei, die Entscheidung bereits auf rein ideologischer Basis gefallen. Es ging um das Zauberwort "Ausgrenzung". Man ist unfähig auch von Randgruppen etwas einzufordern. Das spielt schon beim Rathausplatz eine Rolle und zeigte bislang die Unfähigkeit der Amateurpolitiker Probleme zu lösen. Jürgen Heimat kam mit dem Ausspruch, man könne gleich im Gefängnis feiern. Er ignorierte auch die Polizei, die den friedlichen Verlauf und dem drastischen Rückgang von Vorfällen im letzten Jahr dem erstmals aufgestellten Zaun und den Zugangskontrollen zugerechnet hat und laut Behördenvertretern den Zaun auch in diesem Jahr ausdrücklich empfahl. Laut Heimath sei der Rückgang der Besucherzahlen der Grund für weniger Vorfälle.

Vorausgegangen war eine nicht ganz glückliche Präsentation Hornbachers. Der hatte wortreich die Situation beschrieben. Die Veranstalter sehen sich einer immer geringeren Bereitschaft von Sponsoring durch Großunternehmen gegenüber. Harburg hat es wegen seines schlechten Images besonders schwer. Sponsoren bevorzugen die Feste nördlich der Elbe. Die Öffnungszeiten von umliegenden Kiosken und Supermärkten, die sich mit großen Getränkevorräten auf das Außenmühlenfest vorbereiten, seien für die Schausteller ein Problem. Sie verdienen nicht genug. Damit ist die Bereitschaft nach Harburg zu kommen gering. Dass Letzteres nicht aus der Luft gegriffen ist, zeigt sich beim Vogelschießen. Dort gibt es das gleiche Problem.
Am Ende sind es auch Sicherheitsaspekte, die laut Hornbacher für den Zaun sprechen. Auch hier wurde rumgeeiert. Das echte Problem, dass vor allem besoffene Jugendliche und Heranwachsende, gern auch mit Migrationshintergrund, solche Stadtfeste nutzen, um sich ein Erfolgserlebnis herbei zu prügeln, kam nicht offen auf den Tisch. Dabei haben genau solche Auseinandersetzungen dazu geführt, dass es das Fest am Hamburger Ring schon nach kurzer Zeit nicht mehr gab.

Das ein Zaun auch Risiken birgt, zeigte sich durch die Äußerungen eines Zuhörers der Sitzung. Er sagte, dass er in seiner Funktion als Seniorenbeirat und in anderen Vereinen viele negative Äußerungen über eine Umzäunung gehört hätte und der Zaun Besucher abschrecken würde. zv