Wilstorf - Es war ein versöhnlicher Sonntag für das Außenmühlenfest. Bei deutlich besserem Wetter als an den beiden Vortagen strömten

viele Besucher auf die Festmeile am Außenmühlendamm. Zuschauermagnet waren Boerny & die TriTops, die am Abend ein tolles Programm ablieferten, dass die Zuschauer auf dem vollen Platz vor der Bühne mitgehen ließ. Dem Motto "Kleines Fest am großen Teich" wurden das Außenmühlenfest in diesem Jahr die drei Tage so gerecht wie nie. Tatsächlich hat sich die Festmeile im Vergleich zu den Vorjahren noch einmal verkleinert. Die Fläche am Spielplatz auf der Seite Vinzenzweg wurde nicht mehr mit genutzt.

Die Schausteller zogen eine gemischte Bilanz. "Der Freitag war der schlechteste Tag, den wir je auf dem Außenmühlenfest erlebt haben", sagt Oliver Klühn über die Party-Area des Southside. Ausgiebige Regenfälle hatten an dem Tag die Laune auf einen Abstecher an den Außenmühlenteich bei vielen Harburgern offenbar auf den Nullpunkt gebracht. Am Samstagabend, nachdem der Regen aufgehört, hat kamen wieder mehr Besucher zum Fest. "Auch der Sonntag war ganz gut", sagt Klühn. "So sind auch wir mit einem blauen Auge davongekommen."

"Für uns war der Sonntag richtig gut", sagt Borhen Azzouz, der den Bereich um die Hauptbühne organisierte und mit Boerney & die TriTops dem Akt zum Außenmühlenfest geholt hatte, der mit Abstand die meisten Zuschauer zog, den Platz füllte und eine tolle Stimmung verbreitete. "Sonst ist Sonntag immer der schwächste Tag. Diesmal war es der stärkste Tag", sagt Azzouz. Von seinem Konzept ist er überzeugt. "Man braucht Bands wie Boerney & die TriTops, die die gängige Musik spielen und eine tolle Show abliefern", sagt er. "Nur das zieht die Leute wirklich." Es sei wegen des schlechten Wetters an den Vortagen ein Glücksfall gewesen, dass die Band nur am Sonntag konnte. Das Problem: Der Sonntag ist gerade bei den Getränken ein Tag mit schwachem Umsatz.

"Wir waren seit 15 Jahre nicht mehr dabei", sagt Bernd Langmaack, der einen Partytruck vom Discomove zum Außenmühlenfest gebracht hatte. "Für uns war es nicht so der Erfolg. Das ist sicher in großem Umfang dem Wetter geschuldet. Aber das ist ein Faktor, den man nicht beeinflussen kann." Jetzt müsse man erst einmal Bilanz ziehen.

Im kommenden Jahr wird das 30. Außenmühlenfest stattfinden. Die Bedingungen sind heute deutlich schlechter, als in den Anfangsjahren. Es gibt insgesamt mehr Angebote. Die Gesellschaft ist auch kulturell gespalten. Viele Gruppen fühlen sich wenig bis überhaupt nicht von solchen Festen angesprochen. Veränderte Ladenöffnungszeiten, die eine Eigenversorgung mit Getränken gleich um die Ecke bei nächsten Supermarkt auch Freitags nach 18 Uhr und am Sonnabend ermöglichen, schaden dem Fest. Die Bereitschaft als Sponsor aufzutreten ist in der Wirtschaft deutlich zurückgegangen. Die Haben-Seite: Das Fest verlief ausgesprochen friedlich. Die Polizei hatte, bis auf einen kleinen Vorfall am Freitag, keinen Grund zum Eingreifen. Der Stadtpark bietet eine herrliche Kulisse für das Fest. Es ist eine echte Traditionsveranstaltung.  Die Organisatoren werden dennoch große Anstrengungen erbringen müssen, um dem Jubiläum gerecht zu werden. zv