Harburg – Auch am Ende der Beach-Club-Saison ist in Harburg kein neuer Beach-Club in Sicht. Am Treidelweg rotten die Reste der Veritasbeach vor sich hin.

Für viele Harburger stellt es sich als Trauerspiel dar. Bislang ist – trotz vollmündiger Ankündigungen - kein neuer Standort für einen Harburger Beach-Club gefunden. Daran ändert auch ein Vorschlag der Linken nichts, die zum Herbst eine Fläche im Deichvorland geprüft haben wollen. Jetzt zeigt sich auch: Problemlos hätten die Harburger den Beach-Club auch in diesem Jahr genießen können. Auf dem Gelände am Veritaskai, auf dem ein Hotelneubau entstehen soll, wächst mittlerweile Unkraut. Das dort in diesem Jahr kein Beach-Club war, erklärt sich so. Die Finanzbehörde, Verkäufer des Grundstücks, hatte auf die Räumung des Areals bestanden, weil das Voraussetzung für die Kaufabwicklung war und, so heißt es, alle anderen Lösungen blockiert hatte.

Das Gebiet, in dem der Beach-Club seinen neuen Platz finden könnte, ist überschaubar. Der Binnenhafen bietet begrenzt Platz. Trotzdem ist nach Jahren der Suche kein geeignetes Gelände gefunden worden. Bereits 2009 hatte es so ausgesehen, als ob der Beach-Club sein letztes Jahr am Veritaskai gehabt hätte. Damals war Torsten Meinberg (CDU) Bezirksamtsleiter. Er hatte angekündigt: „Wir haben ein Ausweichgelände gefunden. Es ist am Kanalplatz neben der Klappbrücke.“ Bereits damals war der Treidelweg als endgültiger Standort vorgesehen. Und auch schon damals war bekannt, dass es dort Probleme mit der Kaimauer gibt. Welches Ausmaß die Beschädigungen haben, wurde nicht untersucht. Erst am 13. Januar 2016 ging ein Vorababzug eines gut 150.000 Euro teuren Teilgutachtens bei der Verwaltung ein, das alle Pläne für den Standort zerplatzen ließ. Zu dem Zeitpunkt war der Pachtvertrag bereits drei Monate geschlossen. Die Stadt hatte via Sprinkenhof ein Areal für einen Beach-Club verpachtet, dass dafür gar nicht geeignet ist und es angeblich selbst, trotz jahrelanger eigener Favorisierung dieses Standortes bis Anfang 2016, nicht gemerkt. Besonders peinlich: Die Bezirksversammlung hatte angesichts eines bevorstehenden Bürgerbegehrens parteiübergreifend für den Erhalt eines Beach-Clubs gestimmt, ohne eine Lösung zu haben oder sich anschließend erfolgreich darum zu kümmern. Damit wurden zwar die Initiatoren des Bürgerbegehrens und ihre Unterstützer ausgehebelt und vorgeführt. Einen Beach-Club gibt es dadurch nicht.

Wie wenig Chance im Binnenhafen Harburg auf einen Beach-Club an anderer Stelle besteht, zeigt ein internes Papier vom 16. April dieses Jahres. Darin werden neun „Flächenprüfungen auf Eignung für eine Beach-Club-Nutzung im Harburger Binnenhafen“ präsentiert. Das Ergebnis ist niederschmetternd. Neben dem Treidelweg, der „nach geplanter Sanierung der Kaimauer für eine Beach-Club Nutzung sehr gut geeignet“ ab 2020 sei, sind von der Behörde nur zwei weitere Flächen als „atmosphärische“ sehr gut eingestuft worden. Eine Fläche kann man völlig vergessen. Das 2500 Quadratmeter große Areal befindet sich am Harburger Hauptdeich im Deichvorland und ist ein gesetzlich geschütztes Biotop. Warum sie überhaupt aufgelistet ist, bleibt das Geheimnis der Verwaltung, die offenbar mangels anderer Ideen und Möglichkeiten eher eine "Geht-nicht-Liste" erstellt hat.

Die andere Fläche, 2800 Quadratmeter groß, befindet sich am Lauenbrucher Hauptdeich im Deichvorland an der Süderelbe. Sie ist nicht nur „weit ab vom Schuss“, sondern auch noch Überflutungsbebiet, was bedeutet, dass der Beachclub im Frühjahr, Herbst und Winter geräumt sein müsste oder in Gefahr läuft, komplett bei immer wieder eintretenden Sturmfluten weggeschwemmt zu werden.

Unternehmer sehen das Areal als ungeeignet. Die Behörde beurteilt es als langfristig für einen Beach Club geeignet, obwohl sie selbst die Erreichbarkeit als schlecht einstuft. Das ist der Platz, den die Linken favorisieren. Ihnen fehlt es offenbar - wie der Verwaltung - an dem wirtschaftlichen Verständnis, dass für einen dauerhaften Betrieb eines Beach-Clubs elementar ist. Hornbacher hat bereits aus perspektivisch-wirtschaftlichen Gründen abgelehnt. Einen anderen Interessenten hat es für einen Beach-Club im Harburger Binnenhafen geschweige denn für den Platz im Deichvorland, bislang nicht gegeben.

Alle anderen Standorte sind „Blasen“, weil sie privat vermietet sind, eine marode Kaimauer haben, für andere Nutzungen vorgesehen sind oder im Achtungskreis eines Störbetriebs liegen. Dazu kommt, dass ausschließlich die Flächen am Treidelweg und auf dem Baufeld 3B, das in der Nähe des Kulturkrans ist, von der Größe vergleichbar mit der ehemaligen Fläche am Veritaskai sind. Das Areal, das ohnehin für Bürobauten vorgesehen ist, liegt aber in der Nähe von Wohnbebauung. Der Ärger wäre vorprogrammiert. zv