Harburg – Wenn am 10. September zum 6. Mal die Music Night startet, sind erstmals mit der Kulturbühne in Finkenwerder und dem Donnerwetter in Neugraben auch Locations

außerhalb Harburgs dabei. So können wieder, wie in den vergangenen Jahren, 15 Auftrittsorte geboten werden, an denen 37 Acts zu sehen sind. Es ist eine Leistungsshow der privaten Club- und Veranstaltungsszene im Harburger- und Süderelberaum. Veranstaltungslocations, die durch Steuergelder staatlich am leben gehalten werden, sind bei der Music Night nicht dabei.

Klassiker wie die Delta Doppelkorn Bluesband sind am 10. September genauso zu hören, wie die Black Mountain Jazzband oder Simon Hopper. Es ist eine bunte Mischung aus 37 Acts verschiedener Stilrichtungen ohne große Namen der Musikszene, die aber in ihrer Breite eine ungewöhnliche Vielfalt bietet.

5 Euro kostet es in diesem Jahr dabei zu sein. Einmal gekauft, kann man sämtliche Veranstaltungen besuchen. Es ist und bleibt ein Schnäppchen. Dieser sehr moderate Preis ist auch ein Grund dafür, dass bei der Misic Night kein Top-Act zu finden ist. Dort, wo die Gäste zuerst aufschlagen, bleibt auch das Geld. Eine Abrechung und Verteilung auf alle teilnehmenden Clubs, ist laut Organisator Heiko Langanke nicht vorgesehen. Es wäre nicht rentabel und auch zu aufwendig einen Verteilungsschlüssel zu erstellen, der allgemeine Akzeptanz findet. So haben es besonders die Locations schwer, die spät mit ihrem Programm beginnen. Da haben viele Zuschauer bereits woanders bezahlt.ist und bleibt die Music Night eine Leistungsschau, die geballt abbildet, was Harburg zu bieten hat, wie es Langanke sagt.

Erneut nicht dabei ist der Rieckhof, der sich gern als Harburger Veranstaltungszentrum präsentiert, aber keine Veranstaltung organisiert bekommt. Das dürfte einerseits an dem baulichen Konzept des Rieckhofs liegen, das überholt ist. Der große Saal ist für erfolgreiche Bands zu klein und für die vielen anderen Künstler deutlich zu groß. Sie finden einfach nicht genug Publikum, um einen solchen Raum zu füllen. Eine künstlerische Mittelschicht, die genug Menschen für den Rieckhof anzieht, gibt es kaum.

Hinter den Kulissen heißt es aber auch, dass das Kulturhaus Süderelbe dabei sein wollte, es aber nicht „gestemmt“ hat. „Private Clubbetreiber machen und tun, um etwas auf die Beine zu stellen. Staatlich geförderte Einrichtungen sind da schwerfällig“, beschreibt ein Insider die Misere. Zudem sind die Konzepte anders. Ein Veranstaltungszentrum wie der Rieckhof macht kaum aktives Booking, sondern vermietet eher Räume für Konzerte an Veranstalter. zv


Das ganze Programm der Music Night gibt es im prall gefüllten Veranstaltungskalender bei harburg-aktuell.