BoleroHarburg – Zehn Jahre gibt es das Bolero an der Neuen Straße. Eigentlich ist es ein Grund groß zu feiern.  Die ganz große Sause mit geladenen Gästen wurde es nicht.

Vielleicht auch, weil die Zukunft auf wackeligem Beton seht. Seit einem Jahr ist der Vorplatz mit dem darunter liegenden Räumen, die der Stadt gehören, wegen Einsturzgefahr abgesperrt – und nichts tut sich. Besonders hart für die Betreiber: Die Außenplätze (Foto) fehlen. Das Bolero wirkt wie eine belagerte Burg, die ausgehungert werden soll. 

Der Verdacht ist nicht unbegründet. Die Stadt hat kein Geld für die Sanierung. Nur ein Investor, der an der Stelle des Boleros ein neues Gebäude errichtet, könnte aus dem Dilemma helfen. Das die Umgestaltung der öffentlichen Fläche Bedingung einer Baugenehmigung wird, ist kein Geheimnis. Dafür darf dann auch, nach wohlwollender Änderung des bisherigen Bebauungsplans, ein fünfgeschossiges Gebäude gebaut werden.

Ein Störfaktor bei den Plänen ist das Bolero. Das es noch einen Mietvertrag bis 2025 hat, ist auch bekannt. Das ist ein echter Kostenfaktor für einen Investor. Er musste den Betreiber entschädigen. Das Geld kann er nur sparen, wenn das Bolero vorher freiwillig, was sehr unwahrscheinlich ist, die Fahnen streicht. Eine Pleite des Ladens hätte den gleichen Effekt.

Bislang trotzt das Bolero den Widrigkeiten. Zwar ist laut Betreiber der Umsatz bereits deutlich  zurückgegangen. Das ist aber unter anderem durch Personalabbau kompensiert worden. Die Gäste verzeihen die Unannehmlichkeiten. Zum Geburtstag war „die Hütte voll“. zv

Die Bilder der Party: