150206TransitHarburg – Erstmals war das in Rotterdam gecharterte Wohnschiff „Transit“ am Kanalplatz für Medien, Unterstützer und Politik begehbar. Man hätte sich keinen

besseren Tag aussuchen können. Strahlender Sonnenschein tauchte das 110 Meter lange Wohnschiff mit seinen frisch aufgetragenen Farben in ein freundliches Licht. "Wir finden so rein emotional, dass das Schiff eigentlich eine gute Atmosphäre ausstrahlt und das wir gute Chancen haben hier ein sozialverträgliches Miteinander zu organisieren“, sagt Dr. Rembert Vaerst, Geschäftsführer von fördern & wohnen. Man habe den Vorteil, dass man bei neuen Standorten komplett neu belegt und so die Belgungsstruktur gestalten könne. Vaerst: „Ich möchte noch einmal vermitteln, dass wir sehr genau hingucken, wie wir diese Belegung steuern. Denn es ist auch im Interesse von uns als Betreiber, dass wir hier ein gutes Miteinander der Bewohner selber untereinander haben, wie auch der Bewohner hier mit dem sozialen Umfeld.“

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Ein Gang, von dem aus die Wohnräume abgehen. Foto: zv

In den kommenden Tagen und Wochen sollen hier Flüchtlinge einziehen. Es ist eine Folgeeinrichtung, die für dauerhaftes Wohnen ausgelegt ist. Nicht alle Flüchtlinge kommen ins solche Einrichtungen. Wer bei Verwandten oder Freunden untergekommen ist, oder wer seinen Lebensunterhalt selbst bestreiten kann und eine Wohnung gefunden hat, ist nicht auf die Folgeunterbringung angewiesen.

Das Wohnschiff in Zahlen. Es wird dort 216 Plätze geben. Als Wohnfläche stehen auf drei Decks 1400 Quadratmeter zur Verfügung, die auf 106 Doppelkabinen, die jeweils  12 Quadratmeter Fläche haben. Betten, Schrank, Tisch und Stühle gehören zur Grundausstattung. In einigen Kabinen standen bereits Kinderbetten mit bunten Bezügen.

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Die Kabinen können untereinander verbunden werden. Foto: zv

Die Bewohner sollen sich selbst verpflegen. So gibt es nicht nur jeweils zwei Herrn- und Dametoiletten, sowie ein Herren- und ein Damenduschraum pro Deck. Es gibt auch 13 gemeinschaftlich genutzte Küchen. Dazu kommen Waschküche, Sozial- und Gruppenräume und auch ein Spielplatz vor dem Schiff ist geplant. Drei Mitarbeiter beraten in sozialen belangen und betreuen die Bewohner von Montag bis Freitag zu den üblichen Bürozeiten. Ein zusätzlicher Mitarbeiter ist als Techniker da. Dazu kommt ein sogenannter Bargemeister, der für die schiffstechnische Sicherheit zuständig ist und auf dem schiff wohnt. An Bord der Transit ist unter anderem das Rauchen verboten.

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Für die Bewohner gibt es Gemeinschaftstoiletten. Foto: zv

122.600 Euro plus Betriebskosten fallen monatlich für das Schiff an. Das ist eine Kaltmiete von rund 87,5 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Gespart wurde woanders. Das die Transit im Binnenhafen Harburg liegt, liegt an den günstigen Herrichtungskosten. Dort, wo Tiede ist, wäre es teurer gewesen das Schiff anzulegen.

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Mobiliar und ein Bett für ein Kleinkind in dieser Kabine. Foto: zv

Ob weitere Schiffe kommen, ist offen. Laut Vaerst werden weitere Standorte geprüft, die aber nicht mit dem Nachdruck vorangetrieben werden würde, wie der des Wohnschiffs „Transit“. zv