150124KioskHarburg - Es ist eine große Aufmerksamkeit die die Kündigung des Mietvertrages durch die Sprinkenhof GmbH dem kleinen Kiosk an der Ecke Blohmstraße

beschert hat. Am 6. Februar soll er schließen. Jetzt hat die Bezirksversammlung auf Antrag der Linken einen Prüfauftrag an die Verwaltung gegeben. Die soll prüfen, wie der Imbiss, ein ein paar Quadratmeter großer Klotz mit Metallverkleidung, erhalten oder sogar verlegt werden kann.

Es ist nicht irgendein Kiosk. Seit 1887 gibt es den dort einen Imbiss. Seit über 15 Jahren steht Peter Kottke (73), der ehemalige Wirt der „Marktklause“, an der Verkaufsluke. Peter Schulz von den Grünen stellt den Kiosk sogar auf eine Stufe mit der alten Süderelbbrücke oder dem Harburger Schloss. „Der Kiosk aus dem 19. Jahrhundert ist ein Zeitzeuge der Geschichte Harburgs und vieler Menschen, die hier seit Beginn des Harburger Booms in den 1880er Jahren gearbeitet haben“, meint zudem Schulz.

Hinter dem Engagement für den Kiosk mit seiner angeblich Kultstatus genießenden Riesen-Pferdewurst, dürfte vor allem die Angst vor dem Verlust der Identität des Binnenhafens stecken. Dabei ist der Binnenhafen schon längst kein Hafen mehr. Er ist sogar extra aus dem Hafengebiet entlassen worden. Bei der bereits seit Jahrzehnten laufenden Umgestaltung zu einem Büro- und Wohnquartier hat man bislang Fingerspitzengefühl bewiesen. Die wichtigen historischen Gebäude wie das Silo, der Kaispeicher, der Palmspeicher, die Eros-Bar oder das Fleethaus, sind erhalten worden. Auch die alte Fischhalle, gleich neben dem Kiosk, soll es weiter als Gebäude geben. Für den Kiosk an der Blohmstraße ist es übrigens nicht die erste Kündigung. Bereits 2009 hatte die Sprinkenhof, damals noch AG, Kottke eine Kündigung geschickt. Damals ging es um die Bebauung des Geländes und einem damit verbundenen Abriss. Jetzt ist die Situation etwas anders. Die Fläche, an der der Kiosk grenzt, soll dem Beachclub für fünf Jahre als Ausweichfläche angeboten werden. zv