150124KioskHarburg – Lasst uns die milieubildenden historischen Ecken und Nischen im Binnenhafen erhalten! Das war vor wenigen Wochen noch der Appell der

Binnenhafenbegleitgruppe. Nur so könne das Quartier rund um den Kanalplatz davor bewahrt werden, sich zu einer leblosen Miniatur der noch lebloseren HafenCity zu entwickeln.

Nun sind  Visionen auf die Wirklichkeit gestoßen: Die städtische Sprinkenhof GmbH hat den Pachtvertrag mit Peter Kottke gekündigt. Am 6. Februar darf er zum letzten Mal Bockwurst und Kaffee über seinen kleinen Tresen reichen. Dann muss den Hafenkiosk an der Ecke Blohmstraße dicht machen. Aus und vorbei! Und wieder verschwindet ein Stück Milieu aus dem Binnenhafen. Widerstand ist zwecklos.

Das Aus für den Hafenkiosk ist ein weiteres Beispiel dafür, dass sich Entwicklungen verselbstständigen und eine ungute Richtungen einschlagen, wenn nicht alle beteiligten städtischen Institutionen Hand in Hand arbeiten und endlich einmal – wenigstens im Kleinen – Quartiersentwicklung aus einem Guss hinbekommen. Die Kündigung für Kottke hängt offenbar mit den Verhandlungen zusammen, die gerade mit Gastronom Heiko Hornbacher über ein Ausweichquartier für seinen Beachclub geführt werden. Das liegt direkt neben dem Kiosk. Hornbacher muss aber nur an diesen Standort, weil das für den Beachclub vorgesehene „Endlager“ am Treidelweg noch nicht genutzt werden kann. Weil der Senat die Mittel für die Sanierung der Kaianlagen gestreckt hat. So passt eins nicht mehr in das andere. Auf der Strecke bleiben die historischen Ecken und Nischen. ag