141111OssisWilhelmsburg – Am 9. November 1989 fiel zwar die Mauer. Aber erst zwei Tage später, am 11. November vor genau 25 Jahren, stürmten die Ossis Hamburg. Harald Krüger war

an dem Sonnabend als Chef des DRK-Harburg damals dabei. In Stillhorn auf der Autobahnraststätte (Ost-Seite) hatte er mit Kollegen einen Stand aufgebaut, an dem die Trabbi-Fahrer einen letzten Stopp vor dem Tor zur Welt machen konnten, sich Tipps (wo bekommt man Begrüßungsgeld, am Hühnerposten) holten, einen stadtplan bekamen oder einfach nur einen Kaffee, Tee oder Saft tranken. An Harburg ist damals der historische Ansturm weitestgehend vorbei gegangen. Die Masse der DDR-Bürger zog es in ihren knatternden Trabbis die Innenstadt. "Es war eine riesige Party auf der autobahnraststätte, wo ich mit etwa einem Dutzend Mitrabeitern war und es war ein kühler Tag wie heute, 25 Jahre danach", erinnert sich Krüger. "Dauernd lag man sich mit wildfremden Menschen in den Armen. Wir waren ja oft der erste Wessi-Kontakt. Die Masse der Leute, die bei uns hielten kamen aus dem Raum Richtung Magdeburg. Die waren über die Grenze gefahren und hatten bei uns den ersten Stopp eingelegt." Und Kürger erinnert sich an die Unmengen von Trabbis, die auf der Raststätte standen und vor sich hin stanken. "Aber alle Menschen waren freundlich. Der Kioskbetreiber hat Unmengen von Süssigkeiten an die Kinder verschenkt", so Kürger.  Es waren aufregende und freudige Tage. Und es war Geschichte – Weltgeschichte. zv