141010VeritaskaiHarburg – Für jedes ihrer Großprojekte hat die Lorenz Gruppe eine eigene Gesellschaft gegründet. Da gibt es die „Projektgesellschaft Gesundheitsinsel

mbH“ (PGH), die „Projektgesellschaft Brückenquartier Harburg mbH“ (PBH) oder die „ Betriebshof WISAG Harburg Lewenwerder GmbH“. Eine „Projektgesellschaft Hotel Veritaskai mbH“ gibt es nicht – zumindest ist sie nicht auf der Homepage der Lorenz Gruppe verzeichnet.

Damit bleibt die Frage offen, die zurzeit neben der Unterbringung der Flüchtlinge in Harburg viel diskutiert wird: „Hat Lorenz das Beachclub-Gelände gekauft oder nicht?“ Die Ausschreibung war am 20. Juni abgelaufen, danach begann das große Schweigen. Die Finanzbehörde hüllte sich in Schweigen, wollte nicht einmal kundtun, ob und wie viele Interessenten es für das Grundstück gibt.

Dann verdichteten sich die Anzeichen, dass es einen Kaufinteressenten für das Areal am Veritaskai gibt. Durch das inzwischen erfolgreich abgeschlossene Bürgerbegehren zum Erhalt eines Beachclubs am jetzigen Standort in die Enge getrieben, griff der Senat nämlich zur Brechstange und schickte eine Weisung an das Bezirksamt: Es gibt keine Änderung des Bebauungsplans, Projektentwickler sind zu unterstützen, die genau nach Plan einen Hotelturm mit 16 Stockwerken bauen wollen. Ohne Not (wenn es keinen Interessenten gegeben hätte) würde der Senat wenige Monate vor der Bürgerschaftswahl kaum politisch gewalttätig werden.

In den vergangen Tagen tauchte dann im Internet der Entwurf für ein „Hotel Veritaskai“ der Lorenz Gruppe auf. Es stellte sich schnell heraus: Der Entwurf ist  nicht ganz frisch, stammt aus dem Jahr 2011. harburg-aktuell.de wollte sicher gehen und fragte nach. Sascha Franke von der Lorenz Gruppe bestätigte: „Der Entwurf ist alt. Er wurde verworfen.“ Und wie sieht der neue Entwurf aus? Franke hat aufgepasst, er lässt sich nicht aufs Glatteis führen, fragt nur: „Welcher neue Entwurf?“ Dann beendet er das Gespräch, höflich und freundlich.

Auch wenn die Lorenz Gruppe aus verständlichen Gründen mauert: Langsam sickert durch, dass die Gruppe an einem Hotelprojekt arbeitet und dass der neue Entwurf wesentlich schlanker und eleganter ausfällt – ganz wie es sich Oberbaudirektor Prof. Jörn Walter wünscht. ag.