140719StolperstHarburg – Acht neue Stolpersteine erinnern in Harburg an Menschen, die hier während der Nazi-Diktatur verschleppt und getötet wurden. Am Freitag setzte

der Kölner Künstler und Bildhauer Gunter Demnig ein Stolperstein in der Neuen Straße, vier in der Hölertwiete und drei am Eißendorfer Pferdeweg ein. Die Stolpersteine geben den Opfern an der Stelle, an der sie gelebt haben, einen Namen. An der Neuen Straße erinnert der neue Stolperstein an den dort 1873 geborenen Alfred Blumann, der am 18. März 1943 nach Theresienstadt verschleppt wurde und später nach Auschwitz kam, vor er im Mai 1944 ermordet wurde.

In der Hölertwiete wurde Stolpersteine für Clotilde Neufeld, geboren 1862, Julius Neufeld, geboren1860, und Hans Neufeld, geboren 1886, eingelassen. Sie wurden nach Theresienstadt verschleppt. Clotilde Neufeld wurde dort am 23. Februar 1943 ermordet. Ihr Mann Julis Neufeld war bereits am 24. Dezember 1942 dort umgekommen. Hans Neufeld starkb kurz nach Kriegsende am 18. Mai 1945 an den Folgen der Deportation nach Theresienstadt. Ebenfalls in der Hölertwiete wurde ein Stolperstein für Henny Troplowitz, geboren 1865, eingelassen. Auch sie wurde in das Ghetto Theresienstadt verschleppt, wo sie am 7. Februar 1943 ermordet wurde.

Am Eißendorfer Pferdeweg erinnern drei Stolpersteine an den zweijährigen Peter Harms, den sieben Jahre alten Uwe Anton Hinsch und den acht Jahre alten Walter Carl Stein. Sie wurden von dort nach Eltville in Hessen gebracht, wo sie in der dortigen Heil- und Pflegeanstalt Rheingau ermordet worden. Sie gehören zu den mindestens 430 Opfern aus der „Kinderfachabteilung“, die dort wegen einer Behinderung systematisch ermordet wurden. Die drei Stolpersteine für die Kinder  konnten mit Hilfe von Schülern des Immanuel-Kant-Gymnasiums realisiert werden. Sie hatten das Schicksal der Kinder recherchiert, das nötige Geld gesammelt und sie in Auftrag gegeben. dl