091229Hansen1Binnenhafen - Ein bisschen Wehmut ist schon dabei, als Andreas Schildhauer Dienstagmittag das große Tor zum Gelände der Firma Hansen auf der Schloßinsel zuschiebt. Seit 1966 kennt er den Betrieb seines Vaters. „Ich habe hier schon als Kind herumgetollt. Damals war noch richtig was los. 40 Leute haben hier gearbeitet“, sagt Schildhauer, der selbst seit 1977 in der Firma war. Jetzt ist endgültig Schluss. Die Hallen sind leer geräumt. Das Gelände wurde dem neuen Besitzer, der Provinzial Rheinland, übergeben, die dort 60 Millionen Euro in ein Wohnungsbauprojekt steckt. Bald rollen die Bagger an, um die Hallen auf dem rund zwei Hektar großen Gelände abzureißen. „Es wird wohl schon im Januar losgehen“, sagt Schildhauer. Abgerissen wird auch das 22 Meter hohe Silo, das unter Denkmalschutz stand. 1920 war es für die „Thörls Vereinigte Ölfabriken AG“ gebaut worden. Zunächst wurden dort Flachssaaten aus Russland, Italien und vom Balkan gelagert. In den 60er Jahren kaufte die Firma Andreas Hansen das Gelände. Bis 1997 wurde das Silo als Getreidespeicher genutzt. Im Zweiten Weltkrieg hatte eine Luftmine, die ins nahe Hafenbecken gefallen war, den Speicher stark zerstört. Das ist auch der Grund, warum er nicht erhalten werden kann. Das Gebäude neigt sich. Der Unterbau wird immer maroder. Bis 2012 soll das Silo neu aufgebaut werden. Doch dann wird nicht Getreide, sondern Wohnraum das Innere füllen. Insgesamt entstehen auf dem Gelände etwa 180 Wohneinheiten und eine Parkanlage, die auch weiterhin für die Öffentlichkeit zugänglich bleibt. Mit den Wohnhäusern soll auch Einzelhandel kommen. Bezirksamtsleiter Torsten Meinberg schweben Geschäfte wie eine Bäckerei oder ein Café zur „Nahversorgung“ vor. zv
091229Hansen3 091229Hansen5 091229Hansen4 
 091229Hansen6091229Hansen2  091229Hansen7