Rathaus2Harburg - Es ist das zentrale Gebäude Harburgs. Das Rathaus. 120 Jahre ist es alt und hat an Attraktivität bis heute nichts verloren. Das ab 1889 nach den Plänen von Christoph Hehl im Stil der niederländischen Renaissance errichtete

Gebäude wurde 1892 fertiggestellt. Ein Problem hatten die Bauherren bereits damals. Sie hatten die Kosten nicht im Griff. Statt der veranschlagten 300.000 Mark kostete das Rathaus am Ende 544.200 Mark, was der heutigen Kaufkraft von über fünf Millionen Euro entspricht. Dabei wurde ein nicht unerheblicher Teil der Inneneinrichtung von betuchten Harburgern gespendet, wie es noch heute der Messingbeschlag auf dem Treppengeländer beweist, der Elise Hastedt, Hauptmann Hermann Hastedt und Richard Hastedt als Stifter ausweist.
Die Backsteinfassade ist reich geschmückt an Schmuckelementen, die aus Sandstein bestehen. Dabei stechen die Allegorien Gerechtigkeit (Justitia) und Weisheit (Prudentia), die im ersten Stock die Fassade links und rechts oberhalb des Portals einrahmen.
1944 wurde das Rathaus bei einem Bombenangriff schwer getroffen. Der Südflügel, das Dach und auch der Dachreiter, der sich wie ein Turm über dem Portal erhob, wurden zerstört. 1951 begann der Wiederaufbau. Leider wurde damals die Zweckmäßigkeit in den Vordergrund gestellt. Das galt sowohl für den Innenausbau, wie auch für die Fassade. Erst mit dem Umbau fand die Rathausuhr ihren heutigen Platz. Gleichzeitig entfernte man das bis dahin dort angebrachte Harburger Stadtwappen, da Harburg bereits seit dem 1. April 1937 durch das Groß-Hamburg-Gesetz nicht mehr eine eigenständige Stadt war.
Für wirklich weltweite Aufmerksamkeit sorgte im Oktober 2009 der japanische Künstler Tatzu Nishi, der ein Gerüst vor das Rathaus baute und in 20 Metern Höhe ein Wohnzimmer installierte, das auf der Stirnseite als Wand die Rathausuhr mit den beiden daneben angebrachten Skulpturen hatte. Das Projekt wurde zum zehnjährigen Bestehen des Harburger Kunstvereins umgesetzt.
Erwähnenswert sind auch die beiden ursprünglichen Masten vor dem Rathaus, die 1895 von Heinrich Taun gestiftet wurden. Die 15 Meter hohen Holzmasten wurden 2009 abgebaut und im folgenden Jahr ersetzt.

 

Zum 120. Geburtstag des Rathauses gibt es eine Ausstellung im Foyer, die bis zum 2. Novemver montags bis donnerstags von 8 Uhr bis 17 Uhr und freitags von 8 Uhr bis 15 Uhr zu sehen ist. zv

Rathaus4 Auch heute sind noch viele Postkartenmotive erhalten, die das Harburger Rathaus in seiner ursprünglichen Form zeigen. Das Dach war wesentlich ausgefeilter konstruiert. Markant war der Dachreiter, ein Turm, als herausragendes Element. Die Rathausuhr fehlte noch im Giebel.
Rathaus2 Der japanische Künstler Tatzu Nishi im Oktober 2009 in seiner Installation, einem Woihnzimmer, das er in 20 Metern Höhe auf ein Gerüst setzte und an dessen Stirnseite das Rathausportal mit der Uhr die Wand bildet. Die Außenwand des Rathauses war so geschickt integriert, dass ein "heimeliger" Eindruck entstand.
Rathausuhr Das Uhrwerk der Rathausuhr. Einmal die Woche muss sie aufgezogen werden. Die Harburger Rathausuhr wurde 1895 von der Firma Korfhage und Söhne in Buer gebaut. Das Unternehmen gibt es bereits seit 1802. Es wird mittlerweile in sechster Generation geführt
Rathausobelisk Die Obelisken auf dem Giebel waren im Krieg zerstört und zunächst nicht ersetzt worden. 1992, zum 100. Geburtstag des Harburger Rathauses, kamen sie an den alten Platz. Die elf Obelisken aus Obernkirchener Sandstein wurde, wie andere Details, durch spenden, insgesamt 150.000 Mark, finanziert.
Rathausdachboden Der Dachboden des Südflügels, der im November 1944 zerstört wurde. In dem Monat flogen alliierte Bomber vier Angriffe auf Harburg, bei denen mehr als 300 Menschen starben. Der Wiederaufbau des Rathauses begann 1946. Die Wiederherstellung des Südflügels 1951 war der Abschluss der arbeiten.
Rathaus3 Am 23. September 2009 wurden die beiden 1895 von Heinrich Taun gestifteten Masten vor dem Rathaus zersägt, um sie zu ersetzen. Im Jahr darauf wurden sie wieder aufgestellt, weibei die spitzen restauriert und die Sockel saniert wurden. Mittlerweile sind zwei weitere Masten hinzu gekommen.
Rathausbrandschaeden Der Dachboden oberhalb des Giebels. Noch heute tragen außen verkohlte Balken das Dach, die im November 1944 Feuer gefangen hatten, nachdem das Rathaus von Sprengbomben getroffen wurde. Der Südflügel des Rathauses wurde damals zerstört. Der Großteil des Rathauses konnte vor den Feuer gerettet werden.
Zapfenstreich Der Zapfenstreich der Harburger Schützengilde von 1528 vor der Rathaus zu Ehren des scheidenden Gildekönigs ist eine Tradition. Sie findet auf dem Rathausplatz statt, wobei der Gildekönig, die Deputation und Ehrengäste im Rathausportal stehen. Der Zapfenstreich ist einer der Höhepunkte der Vogelschießens.