091101FussballWilhelmsburg- Wer  Einigkeit- Trainer Thorsten Bettin  zur Favoritenrolle im Elbinsel- Derby befragte, bekam Überraschendes zu hören. Unerwartet zurückhaltend äußerte sich der Trainer und betonte „da reicht allein ein Blick auf die Tabelle, da gibt es nichts geradezurücken.“ In der Landesliga Hansa- Staffel belegt Einigkeit Wilhelmsburg den elften Platz, der Lokalrivale Türkiye ist Fünfter. Thorsten Bettin tätigte seine Aussage wohl aber auch in dem Wissen, dass es auf dem Sportplatz „Landesgrenze“ eine Niederlage geben könnte. Und als hätte es nicht anders kommen können, sollte sich der Verdacht des Trainers bestätigen. Seine Mannschaft verlor am Sonntagmittag mit 2:5 deutlich. Direkt zu Beginn der Partie reifte bei den 150 Fans die Erkenntnis, dass dies ein offener Schlagabtausch werden würde. Sofort gab es  hitzige Zweikämpfe, der Schiedsrichter musste Schwerstarbeit leisten. Erstmals richtig Aufregung gab es in der 13. Minute, als ein Türkiye- Spieler im Strafraum zu Boden fiel, die Konsequenz- Strafstoß! Nach minutenlanger Diskussion innerhalb der Mannschaft, wer den Elfmeter schießen sollte, traf Onur Tüysüz gegen seinen Ex- Verein zum 1:0. Bereits acht Minuten später entschied der Unparteiische zum zweiten Mal auf Elfmeter, diesmal auf der anderen Seite. Auch diesmal verwandelte der  Schütze sicher zum 1:1. Kurz vor der Pause hatte der FC Türkiye die größte Möglichkeit der Partie, der pfeilschnelle Ahmet Ongün stand völlig blank vor dem Einigkeit- Tor, scheiterte aber am herauslaufenden Fathi Özkök. Thorsten Bettin reagierte und brachte mit Issac Ampomah einen zusätzlichen Angreifer.  Zu Beginn der zweiten Hälfte dezimierte sich Türkiye durch eine rote Karte selbst. Ab diesem Zeitpunkt glitt dem Unparteiischen die Partie aus den Händen, jede Entscheidung wurde lautstark diskutiert. Was aber nun geschah, war bemerkenswert und bedenklich zugleich. Denn Türkiye  ging in der 50. Minute durch Christian Fuchs in Unterzahl zum zweiten Mal in Führung. Direkt danach sah Einigkeit- Kapitän Erhan Gerdan wegen erneuter Pöbelei die rote Karte. Und als sei das Elfmetergeben die Lieblingsbeschäftigung des Unparteiischen, gab es sowohl für Türkiye, als auch für Einigkeit Strafstoß. Türkiye traf erneut in Person von Onur Tüysüz zum 3:1, der Lokalrivale verkürzte auf 3:2. Danach jedoch traf Türkiye doppelt und besiegelte so den achten Saisonsieg. Hoch erfreut und fast euphorisch zeigte sich Türkiye Manager Klaus Klock: „Das war heut ein hochverdienter Erfolg in einer spannenden Partie.“ Am Ende war klar, mehr kann auch ein Derby nicht bieten: Vier Elfmeter, zwei rote Karten und sieben Tore. Der FC Türkiye hat jetzt zwei schwere Auswärtsspiele vor sich, nächste Woche geht es zum SC Europa. Einigkeit Wilhelmsburg muss den Blick wieder nach unten richten, der kommende Gegner heisst Voran Ohe. (pw)
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