130305SchiedsrichterWilhelmsburg - Wer kennt sie nicht? Sie werden angepöbelt, beleidigt oder sogar angegriffen. Dennoch lassen sich viele davon nicht ab, diesen so undankbaren Job weiter zu machen. Die

Rede ist von Schiedsrichtern. Nahezu jede Woche stehen sie auf Hamburger Amateurfußballplätzen und lassen sich dies über sich ergehen. „Ich habe nie ans Aufgeben gedacht,“ sagt Murat Yilmaz. Der 29-jährige Wilhelmsburger pfeift schon seit seinem 15. Lebensjahr und ist mittlerweile schon ganz erfolgreich.
Yilmaz spielte damals noch in der Jugend. „Ich bekam eine rote Karte und fand es in diesem Moment unfair.“ Daraufhin legte er eine Prüfung ab und wurde zum Fußball-Schiedsrichter. Schnell wurde ihm klar, dass er mehr erreichen will, als nur in den unteren Amateurklassen zu pfeifen. Bis zur Regionalliga, also der höchsten Amateurklasse in Deutschland, leitet er in ganz Norddeutschland Spiele und gehört zudem seit 2006 zu den 70 Besten von mehr als 3600 Schiedsrichtern Hamburg.
Schon früh wurde sein Talent für die Schiedsrichterei entdeckt. „Ich wurde schon immer von meinen Eltern und Freunden unterstützt, denn als Schiedsrichter hat man es nicht immer einfach, vor allem in der Anfangsphase. Spiele von Erwachsenen als Jugendlicher zu leiten ist eine besondere Herausforderung.“ Beleidigungen gehören zu fast jedem Spiel. „Döner macht schöner habe ich schon gehört.“ sagt Yilmaz lächelnd und nimmt  es mittlerweile mit „Humor“, wie er sagt.
Yilmaz ist in der Hamburger Amateurfußballszene kein Unbekannter. Er wird für seine engagierte Integrations- und Jugendarbeit beim Hamburger Fußball-Verband geschätzt. Jungen Schiedsrichter steht er als Experte zur  Verfügung. „Ich lege viel Wert auf die Jugendarbeit“, sagt er.
Erst kürzlich veröffentlichte SpiegelTV beim Sender „Sat.1“ eine knapp 23-minütige Reportage  über den Speditionskaufmann. "Mehr als 1,8 Millionen Menschen haben bisher die Reportage gesehen", sagt Yilmaz. "2012 war es auf Platz zwei von den meist gesehenen Reportagen  auf SpiegelTV", fügt er stolz hinzu.
Nun aber möchte Murat Yilmaz in den Profibereich. „Mein Ziel ist es in den nächsten fünf Jahren im Profibereich zu pfeifen und zu assistieren“ sagt er selbstbewusst. Die Chancen stehen nicht schlecht, dennoch hat der Deutsche Fußball-Verband (DFB) das letzte Wort. Ob es am Ende klappt wird sich zeigen. Yilmaz weiß jedenfalls das zu schätzen, was er bereits erreicht hat. mg