121212jp Neugraben- Von der Überraschungslösung zur Identifikationsfigur. Jean-Pierre Richter hat einen bemerkenswerten Aufstieg als Trainer beim FC Süderelbe hinter sich. Als im Sommer 2010 der damalige Coach Lothar Dittmer kurz vor

Saisonstart plötzlich hin warf hatte der Klub gerade einen nervenaufreibenden Abstiegskampf hinter sich und stand vor einer ungewissen Zukunft.

Zwei Jahre später müssen nun wieder zukunftsweisende Entscheidungen getroffen werden am Kießbarg. Denn der Ein-Jahres-Vertrag des 25-Jährigen TU-Studenten läuft am 30. Juni 2013 aus. Wie der Trainer gegenüber harburg-aktuell.de bestätigte, ist noch in diesem Jahr ein erstes Sondierungsgespräch mit dem Vorstand des FCS geplant, auch wenn ein Termin noch nicht fixiert ist.

Richter selbst fühlt sich längst zuhause am Kießbarg und beschreibt sein Verhältnis zum Klub so: "Beim FCS hänge ich auch mit dem Herzen, deswegen investiere ich auch so viel." Und doch stehen Verein und Coach, dem viele Trainer-Kollegen eine große Zukunft prophezeien, vor einer grundsätzlichen Frage. "Entscheidend für eine Verlängerung wird sein, ob sich meine Vorstellungen mit denen des Vereins decken, dabei geht es um die Ausrichtung und Philosophie im nächsten Jahr. Da müssen alle Beteiligten einen Weg gehen." Hinter der Philosophie und Ausrichtung steht ein Konzept, dass Richter im "stürmischen Herbst 2010", als er das Amt antrat, der sportlichen Leitung präsentierte und seitdem konsequent umgesetzt hat

In den Vordergrund rückte seitdem die Jugendarbeit. Ziel war und ist es, junge, hungrige Talente aus der Region zurückzuholen oder aus den Jugend-Teams an die erste Mannschaft heranzuführen. Auch wenn der Klub in der Landesliga Hansa derzeit nur Platz neun belegt und damit den eigenen Ansprüchen hinterherhinkt, hat Richter mit Spielern wie Dennis Lohmann, Nico Reinecke, Samuel Louca und Gerrit Siegismund einen neuen Spielstil eingeführt und aus dem FC Süderelbe eine schlagkräftige Truppe geformt. Diesen Weg, dass macht Richter deutlich, würde er gerne über den Sommer 2013 hinaus weitergehen. Doch klar ist auch, dass der Trainer durch seine Arbeit auch Begehrlichkeiten anderer Vereine geweckt hat, erste Anfragen aus dem Jugendbereich sollen ihm bereits vorliegen Nun liegt es am Vorstand, diese letzten leise Zweifel zu beseitigen und den emotionalen Übungsleiter für ein weiteres Engagement zu begeistern.

Der Vorstand indes hat sich klar positioniert, Liga-Manager Matthias Nehls erklärt: "Wir wollen mit Jean-Pierre Richter natürlich verlängern - ganz klar. Wir als Vereinsführung sind mit der Arbeit des Trainers sehr zufrieden." Laut Nehls ist es auch es das Bestreben der Vereinsführung noch in diesem Jahr, die Tinte unter einem neuen Ein-Jahres-Kontrakt trocknen zu lassen. Die letzte Vertragsverlängerung mit Richter dauerte übrigens ganze fünf Minuten. (pw)