121210vta Neugraben- Der verpatzte Saison-Beginn? Längst vergessen! Nach dem "Pleite-Pech und Pannen-Start", bei dem es in der Bundesliga vier Niederlagen in Folge hagelte und erstmals Kritik im Umfeld des Vereins laut wurde, hat sich der  VT Aurubis rechtzeitig zur Weihnachtszeit stabilisiert.

Am Samstag feierte das Team von Headcoach Jean-Pierre Staelens bei Allianz MTV Stuttgart mit einem 3:1 (26:24, 15:25, 20:25, 17:25), den vierten Sieg im fünften Spiel und schiebt sich so erstmals in der laufenden Spielzeit auf Platz sechs vor - ein Rang der am Ende zur Teilnahme an den so wichtigen Play-offs berechtigen würde.

Der Sieg in Stuttgart stand exemplarisch für die neu gefundene Stärke des Volleyball-Teams um Mannschaftsführerin Imke Wedekind. Denn im ersten Satz verspielten die Damen einen satten Sechs-Punkte-Vorsprung und verloren nach 28 Minuten denkbar knapp. Ein derartiges (Schock-)Erlebnis hätte das Hamburger Team vor einigen Wochen wohl nicht so schnell verarbeitet, doch in Stuttgart agierte der VTA in den folgenden Sätzen souverän und abgeklärt - ganz im Stile einer Spitzenmannschaft.

Auch wenn die Mannschaft von Staelens noch nicht zu den Top-Teams der Liga zählt, zeigen die letzten Wochen zumindest, dass der VTA einen Reifeprozess durchgemacht hat. Besonders auffällig: Die Annahme und der Aufschlag, zu Beginn noch die Baustellen im Spiel von Aurubis, haben sich deutlich verbessert. Ein Eindruck, der sich auch statistisch belegen lässt. Im Spiel am Samstag gelangen im Durchschnitt 55 Prozent positive Annahmen. Zum Vergleich: Beim Gegner Stuttgart lag der Wert deutlich unter 40 Prozent.

Neben der neu gewonnenen Stabilität und Sicherheit, die letztlich auch beim Sieg in Stuttgart ausschlaggebend war, hat Coach Staelens noch weitere Erklärungen für die positive Entwicklung: "Wir hatten durch die vielen verletzten Spielerinnen eine ganz schlechte Vorbereitung, so dass wir uns nicht richtig einspielen konnten. Dass hat man auch beim Saisonstart gesehen, da fehlte uns deutlich die Abstimmung, die kommt jetzt langsam." Außerdem spürt der Belgier seit einiger Zeit eine andere Mentalität innerhalb der Mannschaft. "Mit den Erfolgen kam natürlich auch das Selbstvertrauen und die Sieger-Mentalität zurück." Doch zufrieden ist der Perfektionist Staelens trotz des jüngsten Aufschwungs noch lange nicht: "Auch wenn wir uns in vielen Bereichen verbessert haben, sind wir noch nicht auf dem Niveau, wo wir hin wollen."

Den Trend fortsetzen und an die guten Leistungen der vergangenen Wochen anknüpfen, will das Team an diesem Mittwoch, wenn mit dem Rückspiel im Challenge-Cup gegen ZOK Rijeka (Kroatien) der zweite Teil der "englischen Woche" ansteht (20:00 Uhr/CU-Arena). Dann wollen die "Kupfer-Girls" nach dem 3:2-Hinspielsieg den Einzug in das Europapokal-Achtelfinale perfekt machen. (pw)