120920jp2 Neugraben- Jean-Pierre Richter versucht erst gar nicht abzustreiten, dass das Liga-Spiel am Sonntag etwas ganz besonderes ist. Der 25-Jährige wird erstmals als Trainer des FC Süderelbe zu seinem alten Verein TuS Finkenwerder

zurückkehren. Dort lernte Richter als kleiner "Butscher" von zwischen 1995 und 1998 in der dortigen C-Jugend das Fußballspielen, ehe er zum Hamburger-Sportverein in die 1. D-Jugend wechselte.

Bei der TuS machte "Jonny", wie von allen gerufen wird, auch seine ersten Schritte als Übungsleiter. 2006 übernahm er die C-Jugend, nur drei Jahre später feierte er mit der B-Jugend die Meisterschaft in der Landesliga. "In Finkenwerder hatte ich meine erste Trainerstation. Mit der Jugend hatten wir nicht nur aufgrund der Erfolge richtig viel Spaß", erinnert sich Richter gerne zurück. Nun gibt es erstmals mit einem anderen Klub die Rückkehr an den Ort, wo für ihn alles begann.

Finkenwerder gelang in der letzten Spielzeit der Aufstieg von der Bezirksliga. Schon bei der Aufstiegs-Party im Mai flachsten die Kicker der TuS: "Na Jonny, nächste Saison gewinnen wir gegen Euch." Der junge Coach, der mit seinem Team einen gelungenen Start hinlegte und aktuell Platz fünf in der Tabelle der Landesliga Hansa belegt, sagt zum Wiedersehen am Sonntag: "Die Mannschaft von Finkenwerder hat sich in den letzten Jahren nur leicht verändert. Deswegen spielen noch viele gute Freunde von mir dort. Schon deshalb wird es ein ganz spezielles Spiel."

Die Spieler des FCS empfinden die Duelle gegen den FTSV Altenwerder als richtiges Derby, für Richter nehmen die Partien gegen Finkenwerder aufgrund seiner Vergangenheit aber einen noch höheren Stellenwert ein. Der Vollblut-Coach wohnt selbst in Finkenwerder und ist bis heute Mitglied bei der TuS. Ab und an hilft er sogar in der zweiten Mannschaft aus. "Mein Spielerpass ist bei Finkenwerder, ich könnte sogar auflaufen. Aber keine Angst, mein Fitnesszustand lässt das eher nicht zu", scherzt Richter.

Und so wird es seine Mannschaft alleine richten müssen. Bis auf Torjäger Mümin Mus (4 Tore), der an einer leichten Verletzung am Knie laboriert, sind alle fit. "Wir werden sehen, was Mümin in der letzten Einheit mitmachen kann", hofft Richter auf einen Einsatz seines Angreifers. Der erfahrenen Mus wäre wichtig, denn Richter erwartet einen starken Gegner. "Finkenwerder verfügt über einen guten Teamgeist und eine eingespielte Truppe. Außerdem sind sie bei Standards und nach Einwürfen sehr gefährlich", zählt er die Qualitäten auf. Geschenke möchte der Coach nicht verteilen, ganz im Gegenteil: Für ihn zählen nur drei Punkte.

Alles andere, dass versucht Richter erst gar nicht abzustreiten, wäre richtig schmerzhaft. (pw)