111203aurubis11Neugraben- Am Ende erhoben sich die Besucher und bedankten sich mit Standing-Ovations bei den Volleyball-Damen des VT Aurubis für ein tolles Spiel gegen den Schweriner SC (25:23,18:25,25:27,52:23,7:14), dass am Ende nur knapp verloren ging. Zur Eröffnung der neuen, 26,8 Millionen

teuren "CU-Arena" in Neugraben strömten über 2.200 Besucher, die sich das erste Spiel im neuen Wohnzimmer nicht entgehen lassen wollten.

Das es im Nord-Derby nicht zu einem Sieg reichte, tat der Stimmung keinen großen Abbruch, schließlich hatte man sich keinen geringeren, als den amtierenden Deutschen Meister und Champions-League-Teilnehmer für die Eröffnung ausgesucht.

Die neue Heimspielstätte soll dem Team künftig sportlichen Glanz verleihen und Europa-Pokal-Atmosphäre versprühen. Und natürlich eine "Festung werden, bei der es alle Gegner schwer haben werden", wünschte sich der Präsident Horst Lüders, der vor dem Anpfiff prominente Gäste aus Politik, Wirtschaft und Sport in der VIP-Lounge begrüßte.

Dr. Michael Landau, 1. Vorsitzender der Aurubis AG, fordert am Ende der Spielzeit einen Platz, der zur Europa-Pokal-Teilnahme berechtigt. Die modern ausgestattete Arena (LED-Leinwand, automatische Bandenwerbung, VIP-Bereich) mit der geforderten Deckenhöhe von 12,50 Meter, betrachtet er als Meilenstein. Zu den Gästen sagte er: "Die "CU-Arena" ist ein echtes Schmuckstück die in Hamburgs Süden ihres gleichen sucht. Wir arbeiten sehr professionell und haben nun die Strukturen für eine erfolgreiche Zukunft gelegt." Auch bei Manfred Schulz sorgte die Arena für glühende Augen. Der Vorsitzende der Bezirksversammlung Harburg, verfolgt seit Jahren die Entwicklung des VTA. Er sagte: "Das ist einfach eine ganz tolle Halle geworden und mit der alten (1000 Zuschauer-Plätze, Anm. d. Red.) nicht vergleichbar."

Die Zuschauer bekamen ein spektakuläres Volleyball-Spiel geboten, in dem alles drin war. Besonders dramatisch war der dritte Satz in dem die Damen des VTA 20:23 zurücklagen, durch einen Doppelschlag den Ausgleich schafften und damit das Stadion zum "kochen" brachten. Nach einem erneuten Rückstand gelang es der Bulgarin Yuliya Stoyanova mit einem Schmetterball auf 25:25 zu stellen. Anschließend mussten sich die Damen aber mit 25:28 geschlagen geben. Der vierte Satz ging dann allerdings wieder an den VTA und so sorgten die Spielerinnen für Hochspannung im im entscheidenden fünften Satz. Dachten zumindest alle, doch plötzlich war ein Bruch im Spiel des VTA, den Damen unterliefen zu viele Fehler. Die Schwerinerinnen zogen mit sieben Punkten davon, am Ende flimmerte ein 7:14 über die Anzeigetafel.

Den deutlichen Leistungsabfall im letzten Satz konnte sich keiner so richtig erklären. Saskia Radzuweit sagte: "Mit dem schwachen fünften Satz haben wir das Spiel verloren, da haben wir nicht gut genug in die Offensive gespielt." Das der Druck in der neuen Arena zu groß gewesen ist, glaubt sie nicht: "Natürlich war es durch die Einweihung und den vielen Besuchern ein besonders Spiel, aber wir waren gut vorbereitet, ich glaube nicht das da ein zu hoher Druck eine Rolle gespielt hat. Ich finde, dass Schwerin nicht den besten Tag erwischt hatte, umso ärgerlicher ist dann die Niederlage."

Auch wenn die Spielerinnen vom VT Aurubis, die gelungenen Eröffnungsfeier gerne mit einem Sieg veredelt und damit für das Sahne-Häubchen gesorgt hätten, überwog die Freude über die volle Arena. Headcoach Jean-Pierre Staelens war vom lautstarken Publikum begeistert und rief in Richtung Tribüne: "Wir alle sind sehr stolz auf Euch. Wir hoffen, dass diese Stimmung bis zum letzten Spiel so bleibt"

Ob die Volleyball-Damen es wirklichen schaffen, die Arena in den Heimspielen mit maximalen 2.300 Besuchern zu füllen, wird sich erst noch zeigen und vorallem vom sportlichen Erfolg abhängen. Der Samstagabend hat jedenfalls die Lust bei Fans und Verantwortlichen nach Spitzen-Volleyball im Süderelbe-Raum geweckt. (pw)

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