110611basketball2 Sinstorf- Denis Mangkod wirkt aufgeräumt und zufrieden, wenn er an seinem Schreibtisch sitzt und als Technischer Direktor sich um die sportlichen Belange des SV Grün-Weiss Harburg kümmert. Seine sanfte Stimme und die gewählte

Wortwahl lassen einen ruhigen Menschen vermuten. Hauptschulabschluss an der Schule Weustoffstraße, danach eine Ausbildung in Stade zum Sporttrainer. Der Eindruck, man habe es mit einer gewöhnlichen Lebenslaufbahn zu tun, er täuscht.

Denn vor dem Schulabschluss und vor der Ausbildung erlebte der 30-jährige einen sportlichen Höhenflug auf dem internationalen Basketball-Parkett. In Hamburgs Süden machte der damals 15-jährige seine ersten Würfe bei der Turnerschaft Harburg, ehe er 1996 zur TSG Bergedorf wechselte. In dem rauhen Alltag der Regionalliga fand sich Mangkod schnell zurecht. "Ich war einfach verrückt nach dem Sport, nach der Schule waren wir bis spät Abends in Halle."

Der aufstrebende Shootingstar bleibt auch dem Verband nicht verborgen. Noch im selben Jahr folgte die Einladung zur Juniorennationalmannschaft nach Frankfurt. "Das erste mal den Bundesadler auf der Brust zu tragen und dann die Nationalhymne zu singen, das war pure Gänsehaut", erinnert sich der 1,90 Riese zurück. Der Gegner damals: Russland. "Wir haben dann haushoch verloren, aber das war eher zweitranging". Für Mangkod ging danach der Stern auf, es folgten weite Reisen zu Spielen in ganz Europa. Besonders gerne erinnert er sich an das Jahr 1998. "Damals absolvierte wir in Ungarn bei der EM-Qualifikation 6 Spiele in 7 Tagen und belegten den 2. Platz. Mit dem gigantischen Erfolg, qualifizierten wir uns für die Challenge-Round. Plötzlich warteten die großen Basketball-Nationen Spanien und Griechenland auf uns." Für die noch unerfahrenen Nachwuchstalente eine Hausnummer zu groß. Das Team schied frühzeitig aus.

Für Mangkod und seine Teamkollegen schließt sich allerdings 13 Jahre später der Kreis. Denn am 18. Juni holen die Sportler, dass schon etwas eingestaubte Trikot mit dem Bundesadler aus dem Schrank und spielen in einem Benefizspiel gegen die Eisbären Bremerhaven. Der Erlös fließt in die Kinderkrebsstation Hamburg-Eppendorf. Für Mangkod geht ein kleiner Traum in Erfüllung, noch mal mit seinen damaligen Freunden auflaufen zu dürfen.

Der Grund weshalb das Talent von damals nicht zu einem der großen Bundesligavereine wechselte, ist tragisch und verständlich gleichermaßen. Nach einem seiner insgesamt 41 Länderspiele macht sich Mangkod auf den Weg in die Kabine, als er von Dirk Bauermann, damals Trainer von Bayer Leverkusen, abgefangen wird. Bauermann, der in der aktuellen Spielzeit mit Bayern München den Aufstieg in die Baskettball-Bundesliga (BBL) schaffte, versucht Mangkod zu Leverkusen zu lotsen. "Er hat mich gefragt, ob ich mir einen Wechsel ins Profigeschäft vorstellen kann. Einige Tage später meldete Bauermann sich erneut und konkretisierte sein Angebot." Mangkod sollte 2.000 Mark im Monat verdienen, ein Auto und eine Wohnung bekommen. Reizvoll für einen 21-jährigen. Am Ende schlug er das Angebot aber aus, entschied sich für eine solide Ausbildung und gegen die Basketball-Karierre. Ob er es bereue, den Schritt nicht gemacht zu haben, wird Mangkod gefragt. "Nein, bereuen tue ich garnichts. Es war eine Entscheidung der Vernunft." Heute lebt er glücklich und zufrieden mit seiner Freundin Eveline Fröhlich in Marmstorf. " Ich bin in einer glücklichen Beziehung und habe einen tollen Job-was will ich mehr?".

Von seinen ehemaligen Kollegen hat zwar niemand den Sprung nach ganz oben geschafft, der Kontakt aber riss nie richtig ab. "Wir wollten uns mal wieder treffen und dann kam mir die Idee. Wenn wir schon spielen, dann wollen wir auch etwas für den guten Zweck tun." Inzwischen sind 600 Karten für die Partie in der Kerschensteinerstraße am 18. Juni um 19:30 Uhr vergeben, noch gibt es aber Tickets.

"Der Basketball hat mir viel gegeben, jetzt möchte ich dem Sport etwas zurükgeben", sagt Mankod. Nicht mehr lange, dann wird er den Schreibtisch verlassen und das Trikot überziehen. Für Mangkod eine kleine Reise in die Vegangenheit. (pw)