110306burmeister Harburg- Der Fussball trauert um Erich Burmeister, der am 2. März im Alter von 96 Jahren verstorben ist. Burmeister war nicht nur in Harburg eine anerkannte Größe, sondern machte sich als FIFA-Schiedsrichter weit über die Landesgrenzen hinaus

einen Namen.

Im Jahr 1948 leitete er das erste Endspiel um die Deutsche Meisterschaft nach dem zweiten Weltkrieg. In Köln besiegte der 1. FC Nürnberg den 1. FC Kaiserslautern mit 2:1. Der internationale Durchbruch gelang dem leidenschaftlichen Schiedsrichter zwei Jahre später, als der Deutsche Fussballbund (DFB), den Hamburger auf die FIFA-Liste setzte. Vor 11.500 Zuschauern durfte Burmeister beim Länderspiel zwischen Deutschland und der Schweiz (1:0) in Stuttgart an der Linie stehen.

Respektvoll, leidenschaftlich und zielstrebig, dass waren Attribute mit denen er den Fussballern begegnete. Der ehemalige Bundestrainer Sepp Herberger nannte Burmeister, der Mitglied des FTSV Altenwerder war, liebevoll einen "Dickkopf".

Durch den Fussball knüpfte Burmeister Freundschaften, unter anderem mit dem legendären Rundfunkreporter Herbert Zimmermann, der den WM-Sieg der deutschen Mannschaft 1954 in Bern kommentierte. Aber auch Box-Star Max Schmeling und HSV-Ikone Erwin Seeler zählten zu seinen engsten Vertrauten. Bei Burmeister, der jahrelang beim Mineralöl-Konzern BP tätig war, spielte auch nach der Schiedsrichter-Karriere der Fussball eine tragende Rolle. Als Trainer wurde er mit Altenwerder 1966 und 1977 Meister, später fungierte er als Obmann. (pw)