101028balon Harburg- Fussball ist Tagesgeschäft. Das bekam jetzt Trainer Oliver Balon vom Harburger Turnerbund zu spüren. Der 43- jährige wurde mit sofortiger Wirkung von seinen Aufgaben befreit. Abteilungsleiter Heinz Schwede erklärt die Entlassung

so: "Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht. Die Euphorie vergangener Tage haben wir nicht mehr gespürt und geziegt. Zuletzt mangelte es deutlich an Spielwitz." Im Arbeitszeugnis von Oliver Balon sind in dieser Saison drei Siege, zwei Unentschieden und sechs Niederlagen vermerkt. Damit steht der HTB auf dem Tabellenplatz 13, in umittelbarer Abstiegsgefahr. Für einen Aufsteiger  allerdings nichts ungewöhnliches. Aber wohl aus Angst, die Mannschaft würde im Tabellenkeller versinken, sahen sich die Verantwortlichen zum schnellen Handeln gezwungen. Aktionismus aber wollen sich die Beteiligten nicht vorwerfen. "Die Entscheidung wurde wohl bedacht und konsequent getroffen", so Schwede.

 

Ein Nachfolger steht bereits in den Startlöchern. Mit Ingo Brusollo wird ein alter Bekannter die Mannschaft übernehmen. Busollo war vierzig Jahre lang beim FTSV Altenwerder tätig und hat in den 80er Jahren beim HTB gespielt. Nun die Rückkehr. Zu seinem neuen Job sagt Bussolo: "Ich hatte in der Vergangenheit zahlreiche Angebote anderer Vereine. Darunter Camlica Genclik." Dann klingelte letzte Woche das Telefon und der HTB bekundete ernsthaftes Interesse." Am Montag setzten sich Brussolo und die HTB- Macher an einen Tisch, die Verhandlungen dauerten rund fünf Stunden. Danach erbat sich der erfahrene Coach, eine Nacht Bedenkzeit. Als ich dann am nächsten Morgen aufgewacht bin, kribbelte es förmlich." Kurze Zeit später dann die Zusage. Mittlerweile hat er sich mit Balon ausgetauscht und sich hinreichend über das Team informiert.

Oliver Balon bleibt dem Klub, wenn auch in anderer Funktion, erhalten. Schwede  meint: "Oliver Balon soll als Schnittstelle zwischen Jugend- und Herrenfussball agieren und den Nachwuchsbereich leiten. Dabei sollen einige Junge Spieler an den Herrenmannschaft herangeführt werden."

Für Brussolo ist es dagegen eine Rückkehr mit einer klaren Mission. Den HTB wieder in "wärmere" Tabellenregionen zu dirigieren und den Traditionsverein vor dem Gang in die Kreisliga zu bewahren. Schwede formuliert, was er sich nun wünscht: "Ingo Brussolo soll neue Anreize setzten und die Spieler pushen. Nun muss sich jeder zeigen." Ausreden gibt es jetzt keine mehr. (pw)