101003süderelbevsblankenese3Neugraben -Der FC Süderelbe kann kräftig durchatmen. Am Sonntag gelang der erhoffte Befreiungsschlag. Letzte Woche war man auswärts in Eimsbüttel mit 1:5 mächtig unter die Räder geraten. Und ohne den 3:0 Sieg heute gegen den SV Blankenese wäre

man geradewegs auf die unteren Tabellenplätze zugesteuert. Trainer Jean- Pierre Richter meinte: "Nach dem Spiel letzte Woche war ein "Dreier" schon sehr wichtig."

Das die Mannschaft um die Bedeutung der Partie wusste, war von Anfang an spürbar. Denn auf die branchenübliche "Abtastphase" verzichteten beide Teams. Bereits nach drei Minuten fasste sich Rechtsverteidiger Lars Thormann ein Herz und "wetzte" die Außenbahn entlang, die Stürmer aber verpassten das Tor. Kurze Zeit später zeigte auch der Gast Offensivqualitäten. Doch Süderelbe konnte sich auf den glänzend aufgelegten Keeper Sebastian Jobmann verlassen, der gleich zwei Schüsse entschärfen musste. Jobmann ist eigentlich die etatmäßige Nummer zwei, Daniel Mayer hatte den Konkurrenzkampf für sich entschieden. Der aber fehlte rotgesperrt und so musste Jobmann in die Bresche springen. Und das tat er extraklasse. Er demonstrierte Nervenstärke, gutes Stellungsspiel und starke Reflexe. Mit einer solchen Darbietung, kommt der Trainer an ihm kaum vorbei. Richter verrät: "Wenn Jobmann nächste Woche gut trainiert, gehe ich davon aus das er spielen wird. Das war heute eine super Leistung von ihm." Dann würde Mayer nur der Platz auf der Bank bleiben.

In der 23. Minute schien dann aber auch Jobmann geschlagen, doch Lars Thormann kratzte das Leder im letzten Moment von der Linie. Die Elf von Richter schaffte es innerhalb weiniger Minuten den Schalter umzulegen, kurz vor Halbzeitpfiff kam dann der Führungstreffer. Eine in den Strafraum "geschnippelte" Ecke köpfte Lennart Dobravskizum 1:0 ins Tor. Die Blankeneser Spieler schauten sich an wie die Lämmlein auf der Wiese. "Die Führung kam genau zum richtigen Zeitpunkt, so will man in die Kabine gehen," so Richter. Die Euphorie aber war nach dem Wiederanpfiff ganz schnell verflogen, Blankenese drückte mächtig aufs Tempo. Einige Male war die Defensive nicht im Bilde.  Das merkte auch Richter, der an der Seitenlinie dirigierte und seine Spieler versuchte wachzurütteln. Mit Erfolg. Mitten in die Druckphase der Gäste hinein, stellte Ömer Taskin mit dem 2:0, die Weichen auf Sieg. Einen Gewaltschuss von der Strafraumgrenze schweisste er den rechten Winkel.  Angesprochen auf diesen Sonntagsschuss hauchte Richter ein Lächeln über die Lippen: "Das war einfach nur weltklasse." Von diesem Schock erholte sich Blankenese nicht mehr, dass 3:0 in der 65. Minute brachte die endgültige Entscheidung.

Erstmals in dieser Saison gelang der Elf von Richter mehr als zwei Tore. Der Coach hofft natürlich, dass dieser Sieg Strahlkraft hat: "Nun gehen wir mit Rückenwind in die nächsten Wochen. Den Schwung wollen wir natürlich mitnehmen." In einer Woche geht´s zu Camlica Genclik. (pw)