160629Slot2Hannover – Letzter Qualifikationslauf, letzte Runde: Andreas Göhring (McLaren) greift mit seinem channel racer den führenden Eldert Hedden (Bentley) an. Alles oder nichts!

Er kommt immer näher. Und in der letzten Kurve ist alles vorbei. Der McLaren ist zu schnell, fliegt ab. Bevor der Streckenposten den Racer zurück in die Spur gestellt hat, rasen zwei Konkurrenten vorbei. Der Mann aus Harburg wird nur Vierter – und ärgert sich: „Platz zwei hätte genügt, dann hätte ich mich direkt fürs A-Finale qualifiziert.“

So blieb Göhring beim fünften Lauf zur RCCO Slotcar-Meisterschaft in den Hallen von Volkswagen Motorsport in Hannover nur das C-Finale und im Ziel der achte Platz. Immerhin: „Heute hätte ich gewinnen können“, sagt Göhring. „Das Tempo hat gestimmt. Der McLaren war perfekt abgestimmt, die Schwachstelle war ich.“ Sein Teamgefährte Robert Müller war mindestens ebenso schnell, flog allerdings häufiger ab und landete am Ende auf Platz 15.

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Volkswagen Rennleiter Jost Capito (von links), Jan Hedden, Daniel Bäumler und Thomas Voigt. Fotos: RCCO

Die Reise nach Hannover hat sich für die beiden channel racer trotzdem gelohnt. Volkswagen-Rennleiter Jost Capito interessierte sich auffallend für die beiden McLaren der channel racer, machte sogar mehrere Fotos von den Flitzern im Maßstab 1:24. Hintergrund: Nach den extrem erfolgreichen Jahren bei Volkswagen Motorsport – unter anderem mit dem mehrfachen Gewinn der Rallye-Weltmeisterschaft –  hat Capito gekündigt und bei McLaren angeheuert. Ab September wird er also unter anderem Chef der Formel-1-Fahrer Fernando Alonso und Jenson Button.

Aber er kann sich auch für Slotracing begeistern und freute sich, dass sein künftiger Arbeitgeber in der RCCO Meisterschaft schon durch die channel racer aus Harburg vertreten ist. Diesmal trat Capito noch für das Volkswagen-Team an und trumpfte auch  groß auf. Er qualifizierte sich direkt fürs A-Finale, musste sich dort aber seinem Teamgefährten Daniel Bäumler (beide Volkswagen Polo WRC), Rekordmeister Thomas Voigt (Audi R8 LMS) und Jan Hedden (Bentley Continental GT3) geschlagen geben. Bester Harburger: Jörg Schumacher (Volkswagen Polo WRC) auf Platz sieben.

Zum Schluss frotzelte Capito: „Ihr könnt im nächsten Jahr mit eurer Rennserie gerne auch bei meinem neuen Arbeitgeber antreten – wenn ihr Lust auf ein Rennen außerhalb der EU hat.“ McLaren Racing firmiert in Woking, südwestlich von London. ag

Veröffentlicht 29. Juni 2016