100515ViGwHarburg- Wann immer Viktoria Harburg in dieser Saison spielte, es war der selbe Ablauf zu beobachten. Man spielte schwach, verlor Haushoch und kam zur bitteren Erkenntnis, dass es einfach nicht reicht. Ein Spiel vor Saisonende

steht der Traditionsklub mit mageren vier Punkten und einem Torverhältnis von 26 zu 136 im Niemandsland der Tabelle. Eine desaströse Bilanz, die Ausdruck einer katastrophalen Saison ist. Passenderweise gab es am Samstagmittag eine Derbypleite gegen Grün- Weiss Harburg. Allerdings eine erwartete Niederlage, das weiss auch Victoria- Trainer Sükrü Kacan: "Ja natürlich habe ich nicht mit einem Sieg gerechnet, es ist ja immer das selbe Spiel hier." Wie immer, ließ man den Gegener genügend Raum und Zeit, so dass dieser sein Angriffspiel voll zur Entfaltung bringen konnte. Die erste Möglichkeit hatte Grün- Weiss Kapitän Daniel Meyer, dessen Schuss ein erster Vorgeschmack auf das war, was kommen sollte. Victoria geriet immer wieder unter Druck, ungeschicktes Zweikampfverhalten und mangelnde Kampfbereitschaft waren die Hauptursachen. In der 30. Minute gab es dann das 0:1, eine Flanke über die rechte Seite veredelte Marco Hoot mit einer technisch anspruchsvollen Direktabnahme. Nur drei Minuten später konnte sich Hoot erneut in die Torschützenliste eintragen, ein Drehschuss trudelte zum 2:0 ins Tor. Damit war die Messe noch vor dem Halbzeitpfiff gelesen. Victoria Harburg gelang es nicht Ruhe und Struktur in das Spiel zu bekommen, den Angreifern fehlte es an Durchschlagskraft und Unterstützung. Fast erleichtert schien Ahmet Karakilic, als er sich in der 53. Minute mit einer starken Parade und einem guten Reflex auszeichnen konnte. Eine Minute später dann jedoch der nächste Rückschlag für die Truppe von Sükrü Kacan, als der Unparteiische ohne zu zögern auf den Strafstoßpunkt zeigte. Der Elfmeter wurde sicher und gekonnt zum 3:0 versenkt. Die letzte halbe Stunde hieß das Motto auf Victoria Seite: "Tag der offenen Tür". Die Tore vielen im gefühlten Minutentakt, die drei weiteren Treffer ein Resultat gnadenloser Überlegenheit der Grün- Weissen. Lediglich leichte Ergebniskosmetik der 1:6 Anschlusstreffer, der Torhunger der Grün- Weissen war dennoch nicht gestillt. Nach einer Hereingabe schraubte sich erneut Marco Hoot in die Luft und setzte den Kopfball zum 7:1 ins linke untere Eck. Verwirrung gab es nach dem Treffer, als der Schiedsrichter zu seinem Assistenten eilte und anschließend Keeper Karakilic einen Platzverweis erteilte. Grund dafür waren unfläte Beleidigungen gegenüber dem Linienrichter. Für Viktoria Harburg beinhaltet das baldige Ende der Saison nicht nur der Abstieg zum 100- Jährigen Jubiläum, der Klub wird sich zudem nach einem neuen Trainer umschauen müssen. Sükrü Kacan wird nach eigener Aussage den Klub verlassen. Ihm fehlte ein einheitliches Konzept für die nächste Saison, hier gibt er dem Klubvorstand die Schuld. "Ich habe mehrmals darum gebeten, mir ein konkretes Konzept vorzutragen, allerdings wurde ich nie erhört." Somit sah der erfahrene Trainer keine Möglichkeit auf einen Verbleib, er selber hat "ein gewisses Anspruchsdenken". Unter diesen Umständen droht die nächste Saison zur Zerreisprobe zu werden, da der Kader auseinander zu brechen droht. Das letzte Spiel gegen die TUS Finkenwerder stellt nicht nur das Saisonende dar, es läutet auch gleichzeitig die Planungen für den Wiederaufstieg ein. Grün- Weiss  Harburg wahrt mit dem Sieg die Chance auf den zweiten Platz, beim Erreichen würde es zu einer sogenannte Aufstiegsrunde gegen die anderen Bezirksligazweiten kommen. Der Sieger steigt dann mit in die Landesliga auf. (pw)