150414PollenRatgeber - Ein schier unscheinbares Element vermag Autofahrern das Leben zu erschweren: Pollen. Wer unter Heuschnupfen leidet, bekommt es regelmäßig mit einer

laufenden Nase, ständigem Niesen und juckenden Augen zu tun. Derartige Symptome, denen etwa 15 Prozent der deutschen Bevölkerung ausgesetzt sind, können im Straßenverkehr leicht zum Risikofaktor werden und die Wahrscheinlichkeit eines Unfalls erhöhen. Mit einigen Tipps können Sie sich beim Autofahren gegen die Pollen zur Wehr setzen.

Welche Gefahren im Straßenverkehr von einer Pollenallergie ausgehen
Während das Frühlingswetter für viele Menschen mit guter Laune einhergeht, sorgen die Temperaturen oberhalb des Gefrierpunkts bei Pollenallergiker für Hustenanfälle, Augenjucken und verstopfter Nase. Beschwerden, die sich gerade beim Autofahren als lästig und besonders gefährlich erweisen. Zahlreiche Betroffene unterschätzen jedoch die damit verbundenen Risiken. Dabei können verquollene Augen die Sicht stark beeinträchtigen, während plötzliche Niesattacken den Fahrer zu einer unerwünschten Lenkung verleiten könnten. Fahrzeugführer wären so bei einem unerwarteten Hustenanfall teilweise wie im "Blindflug" unterwegs. Die Deutsche Haut- und Allergikerhilfe hat ausgerechnet, dass ein Fahrer bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h rund 25 Meter mit geschlossenen Augen fährt. Bei Tempo 50 sind dies immerhin auch noch 13 Meter. Damit wird deutlich, wie lebensgefährlich Heuschnupfen in einer derartigen Situation sein kann, warnt der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD). Wenn Sie als Autofahrer unter einer solchen Allergie leiden, sollten Sie sich gut auf die bevorstehende Pollenflugsaison vorbereiten.

Beipackzettel von Medikamenten genau lesen
Genauso wie andere Präparate, können sich auch Medikamente gegen Heuschnupfen negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken. So ist bekannt, dass einige Wirkstoffe Reaktion sowie Motorik verlangsamen, das Konzentrationsvermögen senken und Müdigkeit begünstigen. Rund 2.800 der insgesamt 55.000 hierzulande zugelassenen Medikamente sollen laut dem Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR) zu Beeinträchtigungen im Straßenverkehr führen. Aus diesem Grund sollten Sie bei Einnahme von Medikamenten den Beipackzettel genau durchlesen und sich bei Apotheker und Arzt informieren, welche Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bestehen. Auf die leichte Schulter sollten Sie das Thema jedenfalls nicht nehmen: Geht nämlich ein Unfall nachweislich auf die Einwirkung eines Medikaments zurück, riskieren Sie ein Strafverfahren und können Ihren Versicherungsschutz sowie Ihren Führerschein verlieren.

Pollen aus dem Innenraum des Fahrzeugs verbannen
Um die Beschwerden während der Fahrt so gering wie möglich zu halten, rät der ARCD zu folgenden Maßnahmen:

- Tragen Sie eine Sonnenbrille zum Schutz empfindlicher Augen. Angeraten ist dies vor allem im Frühjahr, wenn die Sonne tief steht und die Luft mit zahlreichen Pollen belastet ist
- Saugen Sie den Innenraum Ihres Fahrzeugs regelmäßig aus - lästige Allergieauslöser verbergen sich überwiegend in Ablagen, Armaturenbrett und Polstern
- Stellen Sie das Fahrzeug beim Parken nicht unter Bäumen ab
- Verhindern Sie das Eindringen der Pollen in das Fahrzeug, indem Sie Schiebedach und Fenster geschlossen halten. Schalten Sie stattdessen die Klimaanlage ein.
- Aus demselben Grund ist die Lüftung auf Umluftbetrieb umzuschalten
- Ziehen Sie die pollenbelastete Jacke vor der Fahrt aus und packen Sie diese in den Kofferraum
- Planen Sie längere Touren unter Berücksichtigung des Pollenflugkalenders

 

Regelmäßiger Austausch des Pollenfilters
Viele Fahrzeugmodelle schützen Pollenallergiker heutzutage mit bereits eingebauten Innenraumfiltern. Diese haben die Aufgabe, Schmutz, Staub sowie Pollen aus der Luft zu filtern, noch bevor diese in das Fahrzeug gelangen können. Damit ist es jedoch nicht getan: Denn ein solcher Filter verrichtet seine Arbeit nicht ewig und sollte deshalb jedes Jahr oder spätestens nach 15.000 bis 30.000 Kilometer ausgewechselt werden. Zeit für einen Austausch ist es vor allem dann, wenn es anfängt muffig zu riechen. Gibt der Innenraumfilter den Geist auf und lässt die Luftreinigung zu wünschen übrig, kann sich dieser schnell zum idealen Nährboden für Bakterien und Schimmel entwickeln. Weil der Wechsel eines solchen Filters keine nennenswerten Vorkenntnisse erfordert, können Sie dies auch selbst erledigen. Der Bedienungsanleitung Ihres Fahrzeugs können Sie entnehmen, wo Sie den Filter finden können. Zumeist ist dieser im Fußraum der Beifahrerseite oder unterhalb der Windschutzscheibe im Motorraum eingebaut. Sie können sich aber hinsichtlich des Austausches auch vertrauensvoll an eine Fachwerkstatt wenden. Sofern Sie ein älteres Fahrzeug besitzen, können Sie dieses übrigens ohne weiteres nachrüsten lassen. Hier gelangen Sie zur Auswahl für Ihr Auto.

Fazit
Nicht wenigen Autofahrern vergeht angesichts ihrer Pollenallergie der Spaß am Auto fahren. Dem können Sie allerdings begegnen, indem Sie die oben genannten Tipps beherzigen. Hierbei geht es in erste Linie darum, etwaigen Ablenkungen, welche mit den Symptomen von Heuschnupfen einhergehen, vorzubeugen. Sofern die Beschwerden trotz der vorgeschlagenen Maßnahmen zu stark ausfallen, sollten Sie Ihr Auto lieber stehen lassen und auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen. dl