Ratgeber - Wer mit Erdgas heizt, kann sich seinen Versorger selbst aussuchen. Angesichts der vielen Anbieter lassen sich auf diesem Wege

so manche Sparpotenziale erschließen. Gaskunden, die umziehen, sollten die Gelegenheit zum Wechsel nutzen und einen Vergleich durchführen. Darüber hinaus ist es natürlich gut zu wissen, wie Gas überhaupt ab- und wieder angemeldet wird.




Gas anmelden oder abmelden - so funktioniert's!



Wenn ein Umzug ansteht und in der alten, in der neuen oder gar in beiden Wohnungen mit Gas geheizt wird, muss das Gas entsprechend ab- und wieder angemeldet werden. Vor dem Ausziehen aus der alten Wohnung sollte der bisherige Gasversorger rechtzeitig darüber in Kenntnis gesetzt werden, ab welchem Tag keine Gaslieferung mehr benötigt wird. Nach Möglichkeit sollte der Umzugstermin so festgelegt werden, dass vertraglich vereinbarte Fristen eingehalten werden. Das gilt auch für Sonderkündigungsrechte, die in diesem Fall in Anspruch genommen werden können. Die Anmeldung beim neuen Gasanbieter kann gleich im Zuge des Vergleichs durchgeführt werden und nimmt nur ein paar Minuten und wenige eingaben am PC in Anspruch.




Worauf sollten Kunden bei der Auswahl des Gasanbieters achten?



In Deutschland ist es so, dass sich drei Parteien das Geld teilen, welches vom Endverbraucher bezahlt wird: Der Gasanbieter zu 50 Prozent, der Netzbetreiber mit 25 Prozent und der Staat mit weiteren 25 Prozent. Um den günstigsten Gastarif ausfindig machen zu können, sollten natürlich möglichst viele der in Frage kommenden Tarife miteinander verglichen werden. Für diese doch recht aufwendige und zeitintensive Aufgabe empfiehlt es sich, auf Vergleichsportale im Internet zurückzugreifen, bei denen dieser Prozess nahezu automatisiert vonstattengeht und nur wenige Minuten in Anspruch nimmt.



Wichtigstes Vergleichsmerkmal ist natürlich der Preis. Hier sollte beim Vergleich darauf geachtet werden, dass sämtliche Boni und Rabatte auf den effektiven monatlichen Preis umgelegt werden, denn dann lassen sich die Angebote viel einfacher miteinander vergleichen. Die Laufzeit sollte bei 12 Monaten liegen, auch wenn erst einmal kein weiterer Umzug geplant ist. Eine vergleichsweise kurze Laufzeit bietet mehr Flexibilität, um auf sich ändernde Gaspreise reagieren zu können.



Pakettarife mögen zwar in vielen Fällen günstig erscheinen, stellen jedoch nur dann eine sinnvolle Alternative dar, wenn der Gasverbrauch genau vorhergesagt werden kann. Genau das ist eher selten der Fall, wenn in einer neuen Wohnung Gas angemeldet wird. Entsteht bei solchen Tarifen ein Mehrverbrauch, steigt der Preis pro Kilowattstunde relativ stark an. Minderverbräuche werden hingegen nicht rückvergütet.




Die Gaspreisentwicklung in Deutschland



Lohnt es sich, den Gasanbieter zu wechseln? Wer die Gaspreisentwicklung im Auge behält, weiß darauf sicherlich eine Antwort. Erhöht lediglich der aktuelle Gasanbieter die Preise, dann besteht auf der Seite des Kunden ein Sonderkündigungsrecht, mit dem er auf diese Entwicklung zeitnah reagieren und einen neuen Anbieter auswählen kann. Er muss also nicht erst warten, bis der Vertrag regulär ausläuft. Im laufenden Jahr ist mit weiteren Preissteigerungen zu rechnen. Prognosen gehen davon aus, dass sich der Gaspreis bis Dezember 2018 um insgesamt 6 Prozent erhöht.



Im Hinblick auf den durchschnittlichen Gaspreis kann beobachtet werden, dass der Gaspreis mit einiger zeitlicher Verzögerung dem Ölpreis folgt. Steigt also der Preis für Heizöl, folgt einige Monate später auch der Erdgaspreis dieser Entwicklung. Der Grund dafür ist in der am Markt üblichen Ölpreisbindung zu finden, denn viele Lieferverträge zwischen den einzelnen Erdgasunternehmen sind an den Ölpreis gekoppelt, der hier sozusagen eine Referenzgröße darstellt. dl