Ratgeber - Kaum ist das alte Jahr vorbei, flattert schon die nächste Gaspreiserhöhung ins Haus. Spätestens jetzt lohnt es über einen Anbieterwechsel nachzudenken, allerdings

sollten dabei einige grundlegende Dinge beachtet werden.

Verbraucher muss Gaspreiserhöhung nicht tatenlos hinnehmen

In den letzten zehn Jahren ist der Gaspreis um nahezu 100 Prozent gestiegen. Auch die Gaspreisentwicklung 2018 verheißt in der Hinsicht nichts Gutes. Im Gegenteil, Experten gehen davon aus, dass der Gaspreis auch 2018 noch weiter steigen wird. Verbraucher müssen den kontinuierlichen Anstieg der Kosten für Gas und Strom aber nicht tatenlos hinnehmen. Dank der im Jahr 2006 vom Bundeskartellamt beschlossenen Liberalisierung des Gasmarktes hat jeder Privathaushalt das Recht, seinen Anbieter frei zu wählen. Das beinhaltet auch die Möglichkeit, die Gastarife zu vergleichen und gegebenenfalls den Gasversorger zu wechseln, um so eventuell viel Geld zu sparen.

Ein günstiger Tarif ist nicht unbedingt preiswert

Der Gasversorgungsmarkt ist aktuell so hart umkämpft wie noch nie. Daher locken viele Gasanbieter, insbesondere online, mit günstigen Angeboten und attraktiven Prämien. Doch Vorsicht, ein niedriger Gastarif bedeutet nicht unbedingt, dass er auch wirklich preisgünstig ist. So werden die verschiedenen Tarife bei vielen Anbietern nicht übersichtlich gelistet, was dazu führt, dass der Verbraucher die Übersicht verliert. Immerhin stehen heute beim Gaspreisvergleich Hunderte von verschiedenen Tarifen zur Wahl. Schwierigkeiten einen transparenten und seriösen Gasanbieter zu finden sind da in der Regel vorprogrammiert. Dennoch lohnt sich ein Tarifvergleich. Vergleichsportale im Internet bieten die Möglichkeit, kostenlos und unverbindlich, den individuell passenden Tarif zu ermitteln.

TIPP: Einige Online-Vergleichsportale haben bei einem Test durch die Stiftung Warentest nicht besonders gut abgeschlossen. Das oftmals schlechte Abschneiden lag dabei zum größten Teil daran, dass einige Anbieter, wenn auch verdeckt mit bestimmten Versorgungsunternehmen kooperierten.

Vertragslaufzeiten und Kündigungsfristen als Kostenfalle

Das Wechseln des Gasanbieters ist vor allem via Internet zwar völlig unkompliziert. Doch wer beim Wechsel nicht aufpasst, schießt unter Umständen einen vermeintlich günstigen Vertrag ab, der sich jedoch am Ende als Kostenfalle entpuppt. So kann die Laufzeit des Gasversorgungsvertrages negative Auswirkungen haben. So ist es nicht ratsam, einen Versorgungsvertrag mit einem Gasanbieter abzuschließen, der eine Laufzeit von zwei Jahren und mehr hat. Insbesondere, wenn die Vertragsdauer an eine verhältnismäßig lange Kündigungsfrist gebunden ist, kann das später teuer werden. Schließlich ist es bei einem Zwei-Jahres-Vertrag nicht möglich, zwischenzeitlich einen günstigeren Tarif eines anderen Anbieters zu wählen.

TIPP: Egal welche Laufzeit der Vertrag hat, unbedingt darauf achten, dass eine Preisgarantie vereinbart wird.

Augen auf beim Gasanbieterwechsel

Es ist sicherlich nicht einfach, den passenden Gasversorger zu finden. So raten Experten beim vorliegen folgender Faktoren zu erhöhter Vorsicht:

    1. Anbieter verlangt Sonderabschlagszahlungen
    2. Es werden Kautionszahlungen verlangt
    3. Der Versorger bittet zur Vorkasse
      1. Insbesondere wenn

ein Anbieter Sonderabschlagszahlungen verlangt, die entweder bei Vertragsbeginn beziehungsweise bei Vertragsende fällig sind, ist Vorsicht geboten

        . Im Prinzip handelt es sich dabei um nichts anderes als ein Zinsloses Darlehen, was dem Versorger vom Verbraucher gewährt wird. Dabei besteht das Problem, dass diese Zahlungen zum Beispiel bei einer Insolvenz des Gasversorgungsunternehmens verloren sind. Daher ist es unbedingt notwendig, sich bei der

Suche nach dem passenden Gasversorger genug zeit zu lassen

        , um sich einen Überblick über die verschiedenen Tarife zu verschaffen. dl