Ratgeber - Auch ohne es zu wissen kann man anhand der Aussagen und Statements vieler Politiker erahnen, dass es bald wieder so weit ist. Am 24. September wird

der Deutsche Bundestag gewählt und es ist auch dieses Mal wieder spannend zu sehen, wie sich Parteien verbiegen um möglichst alle Wähler mit ihren Themen anzusprechen. Ein Thema, das dabei nicht so im Vordergrund steht für einige in der Bevölkerung aber durchaus Bedeutung hat, ist die Legalisierung von Cannabis.

In der Vergangenheit stellten sich besonders die Grünen und die Linken hinter die Legalisierung und konnten damit in bestimmten Bevölkerungsgruppen Punkten. Aber auch die eher klassisch orientierten Parteien wie die CDU/CSU und die SPD haben in ihren Reihen einige Befürworter der Legalisierung. So kam das Gesetz, das Cannabis als Medizin zulässt und für Schmerzpatienten auf Rezept zugänglich macht von Seiten der Christlich Demokratische Union.

Doch wie stehen die Parteien im Jahr 2017 zu diesem Thema und sind gravierende Veränderungen in dieser Position zu erwarten? Auch wenn man nach dem Durchbruch beim medizinischen Hanf auf eine Meinungsverschiebung der CDU/CSU spekuliert hat wird man eines besseren belehrt. Hier steht man zu den tief im deutschen Gesetz verankerten Regeln und lehnt auch weiterhin eine komplette Legalisierung von Cannabis ab. Auch wenn immer wieder einzelne Stimmen innerhalb der Partei laut werden, so steht man im Grundsatz geschlossen zu diesem Kurs. Ein wenig liberaler sieht man es bei der SPD. Hier könnte man sich eine eventuelle Lockerung der Gesetze vorstellen, steht aber öffentlich, ähnlich wie die CDU, weiterhin zu den in Deutschland geltenden Gesetzen. Anders sieht es bei den Gründen und den Linken aus. Wie nicht anders zu erwarten ist, stehen diese Parteien voll hinter der Legalisierung von Cannabis. Besonders bei den Linken ist dies sogar ein wichtiger Punkt im Wahlprogramm und ein Versprechen an die Wähler.

Doch was würde sich konkret bei einer Legalisierung verändern und wer würde davon profitieren? Wenn man sich am Beispiel anderer Länder orientiert würde es wahrscheinlich öffentlich kontrollierte Verkaufsstellen geben, in denen registrierte Kunden eine bestimmte Grammzahl pro Tag oder Woche erwerben können. Dabei würden die Einnahmen versteuert werden und dem Staat zufließen. Aktuell findet der Handel über den illegalen Schwarzmarkt statt, wodurch weder Steuereinnahmen zu verzeichnen sind, noch der Handel kontrolliert werden kann. So sind zumindest die Argumente der Befürworter der Legalisierung.

Den Anbau von Cannabis in den eigenen vier Wänden dürfte eine Legalisierung ebenfalls beeinflussen. Wer Hanf direkt im Laden kaufen kann, wird es nicht mehr zu Hause illegal anbauen wollen oder es höchstens noch als Hobby nebenbei betreiben. Somit dürfte der Umsatz der kleinen Online Seed Shops, aber auch der holländischen Seedbanks, die ebenfalls große Websites betreiben, über die man Hanfsamen aus Holland bestellen kann, zurückgehen. Bisher ist es möglich sich die Samen per Post nach Deutschland senden zu lassen, ohne Probleme mit dem Zoll fürchten zu müssen, da die Samen selber keinen Beschränkungen unterliegen und erst der Anbau selber zur Straftat wird. Dieses Geschäftsmodell dürfte unter einer möglichen Legalisierung aber deutlich an Bedeutung verlieren, zumindest so lange bis auch der private Anbau legalisiert wird.

Insgesamt dürfte die Legalisierung von Cannabis aber ein Thema sein, bei dem sich Geister in der Bevölkerung scheiden. Betrachtet man allerdings die weltweite Tendenz, so ist ein immer Freizügiger werdender Umgang mit Cannabis festzustellen und wir können mit Interesse verfolgen wie sich unsere Parteien in Zukunft bei diesem Thema positionieren werden. Immerhin geht es um Steuereinnahmen und Wählerstimmen – und dem kann sich keine Partei verschließen.