Ratgeber - Der Duft frischgebackener Brötchen am Morgen bringt selbst den größten Morgenmuffel rasch aus den Federn. Gerüche haben eben

eine ganz besondere Wirkung auf das menschliche Gehirn. Mit ihnen werden bestimmte Erinnerungen verbunden und somit Emotionen ausgelöst. Wie genau verschiedene Düfte den Menschen beeinflussen, daran wird derzeit aber noch intensiv geforscht. "Emanzipiert stark, mädchenhaft verspielt, maskulin verletzlich, damenhaft elegant". All diese Eigenschaften beschreiben eine einzige Duftreihe, nämlich die des New Yorker Designers Narciso Rodriquez. Und Duftreihen gibt es auf der ganzen Welt Tausende. Je nach Typ, eigenen Vorlieben und Bedürfnissen wählt der Träger ein Parfüm aus und trennt sich häufig jahrelang nicht mehr davon. Und das hat einen einfachen Grund. Gerüche spielen eine wichtige Rolle im Leben des Menschen, und das, obwohl der Großteil von ihnen im Alltag kaum wahrgenommen wird. Beobachtungen zufolge bemerkt ein Mensch im Durchschnitt nur 10 bis 20 Prozent der Gerüche in seiner Umgebung, so Johan Lundström vom Karolinska-Institut im Nordosten von Stockholm gegenüber Deutschlandfunk. Stehen die Gerüche allerdings für etwas sehr Lohnendes oder Gefährliches, reagiert das Gehirn sofort darauf. Generell kann der Mensch mehr als 10.000 Duftstoffe unterscheiden. Forschern zufolge spielt der Geruchssinn sogar für die Steuerung von Stimmungen und Gefühlen eine entscheidende Rolle.

So beeinflussen Gerüche die Wahrnehmung

Gerüche können Erinnerungen wecken und sorgen dafür, dass man sein Gegenüber "gut riechen kann". Inzwischen konnte die Forschung nachweisen, dass der Körpergeruch eines Menschen eine Reihe an Signalen vereint, die anlocken, warnen, kampfbereit oder kooperativ machen können. Die Wirkung dieser Signale kann stärker sein als alles, was man hört oder sieht. Welches Molekül für welches Verhalten verantwortlich ist, muss die Forschung allerdings noch herausfinden. Wie Geruchsbotschaften die zwischenmenschliche Kommunikation beeinflussen, ist inzwischen zu einem großen Untersuchungsgegenstand geworden. Eine der umstrittensten Fragen dabei: Verfügt auch der Mensch über Pheromone ‚All die sozialen Botenstoffe, die für eine körperliche Reaktion beim Empfänger verantwortlich sind? Bei Tieren wurden Pheromone bereits nachgewiesen. Was die Menschheit angeht, gehen die Meinungen der Forscher weit auseinander. Hanns Hatt, Zellphysiologe an der Ruhr-Universität Bochum, beantwortet die Pheromon-Frage mit einem klaren "Ja". Schließlich hätte jeder Mensch fünf unterschiedliche Sensorentypen (insgesamt verfügt er über 350 Typen von Riechsensoren), mit denen Pheromone erkannt werden könnten. In einem Versuch konnten Hatt und sein Team bereits nachweisen, dass sich bestimmte Düfte auf die Hormonregulationen bei Frauen und auch Männern auswirken. Das lässt darauf schließen, dass Gerüche eine noch größere Macht haben als bisher angenommen. Mehr Erkenntnisse von Geruchsforscher Hans Hatt und weitere interessante Fakten und Untersuchungen zum Thema "Gerüche" liefert der Artikel "Duft ‚als Ermittlung im Unbewussten" von Magdalena Schmude auf deutschlandfunk.de.