Ratgeber - Berufsbedingte Erkrankungen sowie Arbeitsunfälle stellen eine erhebliche Belastung für die Unternehmen und die Volkswirtschaft dar. Damit sind oftmals auch

gravierende Auswirkungen für die Gesundheit und Arbeitsfähigkeit von Arbeitnehmern verbunden. In schlimmen Fällen können die Auswirkungen bis zur Berufsunfähigkeit reichen. In zahlreichen Fällen hätten die Beeinträchtigungen durch einen ergonomisch eingerichteten Arbeitsplatz verhindert werden können. Neben der fachgerechten Ausstattung mit Büromöbeln, einer angemessenen Beleuchtung und Raumluft spielt auch persönliches Fehlverhalten während der Arbeitsausübung eine Rolle. Mangelndes Gefahrenbewusstsein und nachlässiges Verhalten von Arbeitnehmern können gesundheitliche Beschwerden mit herbeiführen. Es gilt ebenso aus der Vorgesetztensicht, durch allgemeine Informationen zur Vorbeugung und rechtzeitige problembezogene Intervention ebenfalls einen Beitrag zur Schadensvermeidung zu leisten. Zu dieser gemeinsamen Aufgabe sind neben den Betroffenen und Vorgesetzten auch Betriebsräte, Betriebsärzte und Arbeitsschutzbeauftragte aufgerufen. Das Verhindern vermeidbarer Erkrankungen und Unfälle liegt im Interesse von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Eine verantwortliche Einstellung zur Ergonomie von Arbeitsplätzen bedeutet einen Mehrwert für die Arbeitsmotivation und Leistungsfähigkeit sowie für die Arbeitsergebnisse und das Betriebsklima. Investitionen für eine ergonomische Büroausstattung sind daher zweckmäßig und gewinnbringend. In diesem Bewusstsein bieten auch die Krankenkassen zur Verringerung von Krankheitskosten zahlreiche Schulungs- und Informationsmöglichkeiten an.

Gezielte Vorbeugung gegen Rückenleiden durch passende Bürostühle und Steigerung der Fitness

In jeder Büroeinrichtung steht insbesondere die Beschaffung von Bürodrehstühlen auf dem ergonomischen Prüfstand. Mit deutlich über 20 Prozent stellen Rückenleiden die bundesweit häufigste Ursache für berufsbedingte Arbeitsausfälle dar. Als Folge von Belastungen für den Rücken sowie für den Hals- und Nackenbereich treten schmerzhafte Verspannungen ein. Die Beeinträchtigung der Bewegungsfähigkeit kann zu Unwohlsein und einem Motivationsverlust führen. Durch die Einführung von Computern am Arbeitsplatz sind die Anforderungen an einen Bürodrehstuhl noch weiter erhöht worden. Eine fürsorglich richtige Ausstattung der Bürostühle sowie eine veränderte Sitzhaltung der Betroffenen führen zu einer deutlichen Reduzierung von Rückenleiden. Funktionale und schicke Bürostühle können außerdem ein ansprechendes Raumambiente und damit eine höhere Arbeitsmotivation bewirken. Von Bedeutung ist im Rahmen einer Büroeinrichtung auch die passende Auswahl von höhenverstellbaren, blendfreien Schreibtischen. Innerbetriebliche Angebote zur Steigerung der körperlichen Fitness können zu vorteilhaften Sitzhaltungen führen. Eine höhere Belastbarkeit der Muskulatur und die Verbesserung der Elastizität beugen Muskelverspannungen vor. Ergänzend sind kurze, gezielte Auflockerungsübungen am Arbeitsplatz und eine verstärkte Bewegung von Arbeitnehmern in der Freizeit empfehlenswert.

Die Aufmerksamkeit von Arbeitgebern und Arbeitnehmern können zahlreiche Gefahren vermeiden

Im Interesse von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sind ein frühzeitiges Erkennen und ein rechtzeitiges Handeln bei typischen Gefahren im Bereich von Büroarbeitsplätzen wie:

Verschlechterung der Beleuchtungsverhältnisse durch defekte Leuchtmittel
Fehlende oder instabile Treppengeländer
Stolperfallen durch unbefestigte Elektrokabel, die in Bodennähe oder höher verlaufen
Mangelnde Standsicherheit von Bürostühlen
Fehlen von Markierungshinweisen vor schlecht erkennbaren Stufen
Rutschige Bodenbeläge im Rahmen von Reinigungsarbeiten
Hochstehende Kanten von Teppichen oder Bodenleisten
Schlecht erkennbare Glastüren
Offenstehende Schubladen

Auf die klassischen Fehler beim Heben und Tragen sowie Gefahren durch den Umgang mit Arbeitsgeräten sollte der Arbeitgeber je nach betrieblichem Bedarf ausführlich informieren.