Ratgeber – Restschuldversicherung. Das klingt nach einer sinnvollen Investition, wenn man bei seiner Hausbank einen Ratenkredit abschließt. Damit sollen Risiken wie Krankheit, Tod oder

auch Verlust des Arbeitsplatzes abgesichert werden. Die Versicherung soll in solchen Fällen einspringen. Tatsächlich sind Restschuldversicherungen in Deutschland umstritten. Verbraucherschützer halten sie nicht nur für teuer. In vielen Fällen halten solche Versicherungen nicht, was sie suggerieren.

Banken bieten gern ihren Kreditnehmern eine Restschuldversicherung an. Sie sicher damit noch einmal den von ihnen gewährten Kredit ab. Dazu ist es für die Bank ein lukratives

Zusatzgeschäft. Als Vermittler bekommen sie von den Versicherungsunternehmen eine Provision. Der beträgt, so haben es Erhebungen ergeben, etwa 30 Prozent der Versicherungssumme. Die Prämie für eine Restschuldversicherung wird in der Regel als Einmalzahlung direkt zu Vertragsbeginn fällig. Die Kreditsumme erhöht sich dadurch.
Dem Kreditnehmer entstehen Nachteile, die auf den ersten Blick für den Laien kaum zu erkennen sind. Die Kosten für die Restschuldversicherung sind, wenn sie für den Abschluss des Kreditvertrages nicht zwingend notwenig ist, nicht im Effektivzins angegeben. Der kann sich dadurch deutlich für den Kreditnehmer erhöhen. Ist der Kreditnehmer bei einer solchen Versicherung nicht selbst Versicherungsnehmer, sondern lediglich als „versicherte Person“ eingetragen, hat er nicht einmal die Möglichkeit die Restschuldversicherung zu kündigen.

In vielen Fällen wäre eine Restschuldversicherung aus Sicht des Kreditnehmers ohnehin nicht nötig. Ratenkredite laufen in der Regel über einen überschaubaren Zeitraum. Bestehen dazu bereits Versicherungen, wie eine Risikolebensversicherung oder auch eine Berufsunfähigkeitsversicherung, wäre er mit der Restschuldversicherung quasi doppelt versichert.

Wie umstritten das "Finanzprodukt" Restschuldversicherung ist, zeigt ein Blick nach Großbritannien. Dort haben Gerichte bereits in großem Umfang Kunden von Restschuldversicherungen die Möglichkeit gegeben, die Prämien für bestehende Versicherung zurück zu fordern. Das wurde seit 2011 in großem Umfang gemacht. Umgerechnet rund 30 Milliarden Euro mussten Geldinstitute an Kreditnehmer, die eine Restschuldversicherung abgeschlossen hatten, zurückzahlen.

Hat man bereits eine Restschuldversicherung abgeschlossen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, sie zu kündigen. Besonders attraktiv ist wegen der anhaltend niedrigen Zinsen der Weg der Umschuldung. In dem Fall greift das Sonderkündigungsrecht. So hat man sich nicht nur die Möglichkeit sich der teuren Versicherung zu entledigen, sondern man bekommt unter Umständen noch bessere Konditionen für das aufgenommene Darlehn. Zu beachten ist dabei aber, dass mit einer Umschuldung eines Darlehns nicht auch automatisch die Restschuldversicherung ausläuft. Sie muss gesondert gekündigt werden. Dabei ist es wichtig, von der Versicherung anteilig die Prämie zurück zu fordern. Sinnvoll ist es auch, bereits bestehende Verträge über Ratenkredite mit Restschuldversicherung bei der Verbraucherzentrale prüfen zu lassen.