Ratgeber - Die Zukunft der Industrie steht unter dem Einfluss der Informationstechnologie. „Industrie 4.0“ nennt sich das Konzept, das die umfassende Vernetzung von

Produkten und Prozessen meint. Im sogenannten Internet der Dinge wird allem, was bisher auf die Steuerung durch Menschen angewiesen war, mit Hilfe des Internets ein Eigenleben verliehen – von der Industriemaschine bis hin zum Toaster. Damit einher gehen große Daten- und Metadatenmengen, die bereits heutzutage oft über sogenannte Clouds verwaltet werden.

Cloudspeicher entspricht den neuen Anforderungen in Zeiten von Globalisierung und Standortverlagerung. Unternehmen erstrecken sich über den ganzen Globus, Mitarbeiter verteilen sich über die ganze Welt, aber alle sollen auf dem gleichen Stand sein und die gleichen Daten zur gleichen Zeit abrufen können.

Die Bereitstellung der global benötigten Daten können lokale Server oft nicht mehr leisten, so dass die größeren Datenmengen in Clouds ausgelagert werden. Damit entwickelt sich das Cloud-Computing zur technologischen Grundlage der Industrie 4.0, womit sich hohe Ansprüche an Datensicherheit, Verarbeitungseffizienz und Geschwindigkeit stellen.

Im Cloud Computing geht es vorrangig darum, Prozesse und Technologien unter Nutzung von IT-Infrastruktur dynamisch und flexibel zur Verfügung zu stellen. Ressourcen der IT, darunter etwa Speichermedien und Anwendungen, werden zunehmend über virtuelle Server im Internet oder Intranet verfügbar gemacht und nicht mehr in unternehmensinternen Netzwerken oder Rechenzentren betrieben. Diese Bereitstellung von IT-Ressourcen stellt eine Form neuer Industrialisierung dar und ist damit in seinem Umfang vergleichbar mit den Änderungen durch die Verfügbarkeit von Elektrizität. Unternehmen profitieren in erster Linie von der Einsparung längerfristiger Investitionen, die ohne Cloud-Nutzung für die IT-Infrastruktur anfielen.

Gemäß bitkom Cloudmonitor 2015 ist die Nutzung von Clouds bereits so weit verbreitet, dass etwa die Hälfte der untersuchten Unternehmen davon Gebrauch macht. Im Sinne der Wettbewerbsfähigkeit ist Cloud-Computing daher für Unternehmen unverzichtbar. Obschon Cloud-Computing, etwa in Form von Online-Rechenzentren, schon seit über einem Jahrzehnt existiert, wird das Potential der Anbieter nur ansatzweise ausgeschöpft. Cloud-Computing beinhaltet nicht nur die Verfügbarkeit nahezu unbegrenzten Speicherplatzes. Viele Anbieter sind leistungsstark genug, die gesamte unternehmensinterne IT-Infrastruktur zu ersetzen.

In erster Linie bietet Cloud-Computing Unternehmen weitreichende Kostenvorteile. Die Kosten der meisten Cloud-Dienste sind gering, da die Abrechnung nach der konkreten Nutzung erfolgt. Ein wichtiger Vorteil findet sich zudem in der Aktualität. Besonders die Ausführung von Anwendungen profitiert von der ständigen Aktualisierung der Software, um die sich Nutzer nicht mehr selbst kümmern muss.

Eine Frage, die sich die Nutzer von Cloudspeichern und Pioniere der Industrie 4.0 stellen müssen, ist die der Datensicherheit. Die ständige Verfügbarkeit online lässt auf der anderen Seite einen großen Raum für Sicherheitslücken. Zwar werden diese regelmäßig von Anbietern überprüft, jedoch sind Angriffe oder Datenspionage nie auszuschließen. Auch Verschlüsselungsmaßnahmen schützen nicht vor einem Ausspähen des Nutzerverhaltens. Ein Vergleich von Antivirenprogrammen zur Sicherheit des Unternehmens ist daher unabdingbar.

Dennoch sind die Vorteile des Cloud-Computing nicht von der Hand zu weisen. Die hohe Flexibilität und Unabhängigkeit des Cloud-Computing sorgt für eine hohe Verfügbarkeit. Da meist internetbasiert, kann überall dort, wo eine Verbindung besteht und ein aktueller Browser verwendet wird, auf die Inhalte der Cloud zugegriffen werden. Zudem können die cloudbasierten Dienste flexibel an die jeweiligen Anforderungen angepasst werden. Für Unternehmen, die global und flexibel agieren wollen und müssen, wird der Einsatz der Cloud in Zukunft unverzichtbar- wenn er es nicht bereits heute ist. dl