Ratgeber - Auf den ersten Blick haben Ruheständler einen Grund zur Freude: Seit dem 1. Juli gibt es für sie mehr Rente. Im Westen bekommen Rentner 4,25 Prozent und im Osten 5,95 Prozent

mehr Geld. Viele befürchten allerdings, dass das kaum Auswirkungen auf ihre finanzielle Situation haben wird. Auf welche zusätzliche Unterstützung sie vom Staat noch hoffen können, erklärt die Verbraucherzentrale Hamburg ausführlich in ihrer neuen Publikation. Seit dem 1. Juli beschert die stärkste Rentenerhöhung der vergangenen 23 Jahre rund 20 Millionen deutschen Rentnern mehr Geld. Für viele Ruheständler ist das allerdings nur bedingt ein Grund zur Freude. Einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov zufolge glauben rund 48 Prozent nicht, dass sich ihre finanzielle Situation dadurch verbessert. Rund 15 Prozent der Befragten sind sogar vom Gegenteil überzeugt. Sie befürchten, dass es am Ende noch weniger Geld gibt, weil sie mit der Erhöhung den Steuerfreibetrag übersteigen. Dabei reicht die Rente bei rund einem Drittel der befragten Rentner für die nicht alltäglichen Ausgaben wie beispielsweise Kosten für einen rundum zuverlässigen Versicherungsschutz – der insbesondere im Alter eine wichtige Rolle spielt – oder etwa eine Reise kaum aus. Wer bisher wegen Erziehungspausen, eines zu geringen Einkommens, einer frühen Erwerbsunfähigkeit oder langen Phasen der Arbeitslosigkeit mit wenig Rente auskommen musste, könnte das allerdings durch Sozialleistungen ändern. Wie genau das geht, verrät die Verbraucherzentrale in ihrem neuen Ratgeber "Wenn die Rente nicht ausreicht". Darin werden Fragen zur Grundsicherung geklärt, Tipps zum Thema Antrag gegeben und die wichtigsten Fristen vorgestellt – eine hilfreiche Lektüre für alle Ruheständler, die mit ihrer Rente unzufrieden sind bzw. nur schwer auskommen. Bei knapp 41 Prozent der von YouGov befragten Rentner wird diese vermutlich lieber durch ein Reisemagazin ersetzt. Denn sie gaben an, mit ihrer Rente gut bis sehr gut auszukommen. 55 Prozent der Senioren gönnen sich deshalb einmal im Jahr eine Reise. Rund 14 Prozent haushalten mit ihrem Geld sogar so gut, dass sie mindestens drei Mal im Jahr Urlaub machen können. Ein paar Monate im Ausland zu leben, klingt aber nicht weniger verlockend – genau das tun 10 Prozent der befragten Senioren. Knapp 5 Prozent verweilen dort sogar 3 Monate und mehr. Welche Auswirkungen die beschlossene Rentenerhöhung nun darauf hat, wird sich in den nächsten Monaten wohl erst noch zeigen.

Bildrechte: Flickr Senioren auf einer Parkbank Ralf Kothe CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten