Ratgeber - Ein berufsbegleitendes Studium bietet Arbeitnehmern die Gelegenheit, einen akademischen Abschluss zu erwerben, ohne auf den Job und die damit verbundene

finanzielle Unabhängigkeit verzichten zu müssen. Vollzeit zu arbeiten und abends noch Lernmaterialien zu wälzen, ist jedoch kein leichtes Unterfangen. Wer aber bis zum Ende durchhält, dem winken neue interessante Tätigkeitsfelder und optimale Karrierechancen.

Welche Varianten des berufsbegleitenden Studiums gibt es in Hamburg?

Für das Studium neben dem Job gibt es bei uns verschiedene Möglichkeiten. So bieten die großen Hochschulen und Universitäten Präsenzstudiengänge im Abendstudium in Hamburg und Umgebung an, bei denen Vorlesungen und Seminare außerhalb der üblichen Arbeitszeiten liegen. Beim Abendstudium geht es beispielsweise Wochentags nach Feierabend noch für drei bis vier Stunden in den Hörsaal. Andere Studienkonzepte arbeiten mit Blockunterricht oder mit Lehrveranstaltungen an den Wochenenden.

Als Alternative zum Präsenzstudium bietet sich das Fernstudium an. Dies gilt vor allem dann, wenn die festen Anwesenheitstermine am, Abend schwer einzuhalten sind. Für Interessenten, die beruflich viel unterwegs sind, ist das Studieren aus der Ferne ebenfalls die bessere Lösung. Die Hochschüler erhalten bei dieser Studienform ihre Lernmaterialien per Post oder Internet direkt nach Hause und erarbeiten sie eigenständig bei freier Zeiteinteilung. Zusätzlich gibt es an einigen Fernhochschulen begleitende Präsenzseminare, dafür bietet zum Beispiel die IUBH Fernstudierenden dafür ein Studienzentrum hier in Hamburg. Die Anwesenheit ist bei solchen Terminen jedoch an allen Fernhochschulen nur selten Pflicht. Eine persönliche Anwesenheit an der Hochschule ist hier lediglich bei Klausuren und Prüfungen erforderlich.

Worin liegen die Tücken eines berufsbegleitenden Studiums?

Die durchschnittliche Arbeitszeit beim Fernstudium beträgt nach Angaben der Fernunis etwa 15 bis 20 Wochenstunden. Inwieweit dieser Wert zutrifft, hängt vom individuellen Lerntempo ab. Es empfiehlt sich daher grundsätzlich, etwas mehr Zeit einzuplanen und den Zeitaufwand keinesfalls zu unterschätzen. Die Mehrfachbelastung aus Beruf, Studium und Familie erfordert außerdem eine gute Selbstorganisation und viel Selbstdisziplin.

Wer berufsbegleitend studieren möchte, sollte bedenken, dass er in Prüfungszeiten soziale Kontakte und Freizeitaktivitäten auf ein Minimum reduzieren muss, um alles zu schaffen. Wer nicht bereit ist, über mehrere Jahre auf einige freie Wochenenden, Urlaubstage oder Ausflüge ins Hamburger Nachtleben zu verzichten, für den ist ein Fernstudium neben dem Job eher ungeeignet.

Diese Vorkehrungen helfen bei der Selbstorganisation

Eine gründliche Vorbereitung ist einer der wichtigsten Erfolgsfaktoren für die nebenberufliche Hochschulausbildung. Folgende Maßnahmen sind zu empfehlen:

  • Ab etwa drei Monate vor Beginn des Studiums ist es ratsam, alte Kenntnisse aufzufrischen und sich zu erkundigen, welches Wissen benötigt wird.
  • Sofern nichts Grundlegendes dagegen spricht, sollte der Arbeitgeber in die Studienpläne eingeweiht werden. Unter Umständen unterstützt er die Ausbildung mit Sonderurlaub, flexiblen Arbeitszeiten und finanziellen Mitteln.
  • Routinen für das Lernen helfen dabei, den Tag sinnvoll zu strukturieren. Ein weitgehend gleichbleibender Rhythmus erspart nicht nur viel Zeit, sondern auch Stress.
  • Insbesondere für das Fernstudium empfiehlt sich die Einrichtung eines individuellen Lernraums, in dem der Studierende sich wohlfühlt und ungestört und konzentriert lernen kann.

Typische Fehler vermeiden für einen erfolgreichen Studienabschluss

Zu den häufigsten Fehlern im Fernstudium gehört eine falsche Zeiteinteilung. Wer sich zu viel auf einmal auflädt, schafft am Ende überhaupt nichts. Hier kann ein individueller Zeitplan mit realistischen Zielen helfen, in dem sowohl Zeiträume für das Lernen als auch Erholungsphasen und Zeit mit der Familie Platz finden. Puffer sollten ebenfalls eingerechnet werden, damit ein unvorhergesehener Arzttermin oder Ähnliches nicht gleich das gesamte Konzept durcheinanderwirbelt.

Ein weiterer Stolperstein im berufsbegleitenden Studium ist eine zu lockere Einstellung zum Zeitmanagement und das Aufschieben des Lernstoffs. Daher ist ein hohes Maß an Selbstmotivation für ein solches Vorhaben unabdingbar. Kleine Belohnungen für erledigte Aufgaben können wahre Wunder bewirken und den Anreiz für das Lernen erhöhen.

Alles allein bewältigen zu wollen, ist gerade im Fernstudium ein großer Fehler. Das Knüpfen von Kontakten zu Mitstudierenden, Professoren und Dozenten ist zwar bei dieser Lernform wesentlich umständlicher als beim Präsenzstudium. Umso mehr empfiehlt es sich jedoch, die Online-Angebote der Fernschulen zu nutzen, um entsprechende Verbindungen herzustellen. dl

Veröffentlicht 6. Juli 2016