Ratgeber - Die Digitalisierung zählt zu den größten Herausforderungen der heutigen Wirtschaft. Dabei werden Kommunikationsstrukturen modernisiert,

Prozesse automatisiert und an IT-Netzwerke angeschlossen. Acht von zehn deutschen Unternehmen vollziehen diese Entwicklung mithilfe von IT-Dienstleistern und lagern ihre Daten-Infrastruktur aus – dabei vertrauen sie häufig auf Dedicated Server von externen Anbietern. Die Vorteile dieses Vorgehens liegen auf der Hand: Unternehmen erhalten direkten Zugriff auf ein leistungsstarkes Netzwerk aus Servern und Rechenzentren. Dadurch sparen sie Kosten ein, da sie nicht erst in eigene Hardware investieren oder diese instand halten müssen. Je nach Bedarf lassen sich dadurch unterschiedliche Services auslagern. So kann ein gemieteter Server als reiner Speicherpatz für Unternehmensdaten genutzt werden, die Webseite hosten, firmeninterne Anwendungen verwalten oder für Sicherheitskopien verwendet werden. Am häufigsten werden IT-Dienstleistungen in der Transport- und Logistikbranche ausgelagert – am seltensten greifen Banken und Finanzdienstleister auf externe Anbieter zurück.

Webhoster freuen sich

Die zunehmende Digitalisierung erfreut die Webhosting- und Domain-Branche. Die deutsche Internetwirtschaft hat in diesem Bereich 2015 einen Umsatz von einer Milliarde Euro erwirtschaftet – bis 2019 wird diese Branche um weitere vier Prozent zulegen und die 1,2-Milliarden-Marke überschreiten. Dabei erhalten Anbieter hierzulande europaweit die höchsten Bruttomargen und verdienen im Schnitt 30 bis 40 Prozent. Daran wird sich auch in den kommenden Jahren nichts ändern, schließlich gilt der deutsche Markt als besonders stabil, krisensicher und wachstumsstark. Bleiben die Wachstumsraten der Branche ungefähr gleich, wird die gesamte deutsche Internetwirtschaft bis 2028 sogar die Automobilindustrie in Umsatz und Wachstum überholen und maßgeblich die hiesige Wirtschaft bestimmen.

Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt

Nicht nur die Hosting-Anbieter profitieren von der Auslagerung diverser IT-Dienstleistungen, auch der Arbeitsmarkt bekommt diese Entwicklung zu spüren. So entstanden innerhalb der letzten vier Jahre über 80.000 Arbeitsplätze in entsprechenden IT-Bereichen – alleine im März dieses Jahres waren 32.000 Stellen für IT-Fachkräfte ausgeschrieben. Der Trend wird sich in Zukunft noch weiter verstärken, wenn sich weitere Unternehmen an der Digitalisierung beteiligen oder Technologien der Industrie 4.0 verwenden. Laut einer Umfrage von Bitkom werden in den kommenden Jahren vor allem Software-Entwickler, IT-Sicherheitsspezialisten oder Plattform- und Ökosystem-Experten benötigt. Auch traditionelle Berufsbilder aus dem verarbeitenden Gewerbe werden sich zunehmend ändern und an die digitalen Gegebenheiten angepasst. So werden Arbeitnehmer in den kommenden Jahren zunehmend weitergebildet und mit den Anwendungen der Cloud-Dienstleister vertraut gemacht werden.

Bildrechte: Flickr Lazaro Server Andres Atehortua CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Veröffentlicht 2. Juni 2016