Ratgeber - Nicht nur in Hamburg klettern die Temperaturen und mehren sich die Sonnenstunden. In den letzten Tagen schien die Sonne so stark, dass einige

schon Sonnencreme benutzten, um ihre Haut vor UV-Licht zu schützen. Auch wenn der Blick in den strahlenden Himmel definitiv gute Laune macht: Nicht nur die Haut braucht Schutz, sondern auch die Augen. Denn zu viel Sonneneinstrahlung kann zu Erkrankungen führen und die Sehkraft schlimmstenfalls dauerhaft mindern.

Helle Augen sind besonders gefährdet

Wer seine Augen nicht vor UV-Strahlen schützt, riskiert akute Beschwerden, schlimmstenfalls sogar eine dauerhafte Schädigung der Netzhaut. Die Augen versuchen zwar reflexartig, sich vor dem Sonnenlicht zu schützen: Die Pupillen verengen sich, die Lider blinzeln, damit so wenig Licht wie möglich ins Augeninnere gelangt. Trotzdem trifft ein Teil der Strahlung auf Netz- und Hornhaut. Besonders gefährdet sind Menschen mit hellen Augen: "Je weniger Pigmente die Iris aufweist, desto ungehinderter kann die Strahlung in den hinteren Bereich des Auges vordringen und dort zu Schäden führen", so Michael Ulbig, Oberarzt an der Augenklinik der Universität München, im Focus. Braune Augen weisen einen höheren Gehalt an Melanin auf, wodurch sie etwas besser geschützt sind. Dennoch sollten auch Menschen mit dunklen Augen nicht auf eine Sonnenbrille verzichten.

Augenerkrankungen durch UV-Strahlung

Werden die Augen über längere Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt, riskiert man akute Augenerkrankungen. Zwar sind einige nur temporär und gut behandelbar, einige können jedoch die Sehkraft dauerhaft beeinträchtigen:

  • Photokeratitis: Photokeratitis, die sogenannte Schneeblindheit, ist wie ein Sonnenbrand auf der Hornhaut. Die Augen fangen circa sechs bis acht Stunden, nachdem sie ungeschützt Sonnenlicht ausgesetzt waren, an zu schmerzen. Die Photokeratitis heilt nach zwei bis drei Tagen ab, ohne bleibende Schäden zu hinterlassen.
  • Linsentrübung: Der sogenannte Graue Star ist eine typische Alterserkrankung, zu ihrer Entstehung tragen mehrere Faktoren bei. Einer davon ist regelmäßige UV-Strahlung – wer sich oft und lange ohne Sonnenschutz für die Augen im Freien aufhält, hat ein höheres Risiko, an einer Linsentrübung zu erkranken. Typisches Symptom: Betroffene sehen ihre Umgebung verschwommen, wie durch eine Milchglasscheibe. Der Graue Star ist nicht schmerzhaft und lässt sich heute in dem meisten Fällen operativ behandeln.
  • Makuladegeneration: UV-Strahlen können außerdem die Entstehung einer altersbedingten Makuladegeneration begünstigen. Die Ergebnisse einer Studie zeigen, dass UV-Strahlen die Zellen der Netzhaut beschädigen – davon sind auch die Sinneszellen im Gelben Fleck (der Makula) betroffen. Langfristig kann es zu einer Makuladegeneration kommen, die schlimmstenfalls zur Erblindung führt.

Sonnenbrillen sind mehr als nur ein Accessoire

Um diesen Erkrankungen vorzubeugen, ist es wichtig, die Augen mit der richtigen Sonnenbrille vor UV-Strahlung zu schützen. Plattformen wie blickcheck.de informieren über die Qualität und Passform der unterschiedlichen Gläser. Es ist wichtig zu wissen, dass günstige Sonnenbrillen ohne UV-Schutz, wie man sie bei großen Modeketten kaufen kann, sogar schädlicher für die Augen sind als gar keine Brille. Da die Gläser getönt sind, verengen sich die Pupille nicht – und die UV-Strahlen gelangen aufgrund des fehlenden Schutzes ungehindert ins Auge. Deshalb sollte man immer auf die Kennzeichnung auf der Bügelinnenseite schauen: Sie verrät, welchen UV-Schutz die Gläser tatsächlich bieten.

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