Hamburg – Ein neuer Bildband ist erschienen, in dem kleine Figuren aus Fimo-Knetmasse mit ausrangierter Kleidung in Hamburger Stadtteilen gezeigt werden. Die kleinen Kunstwerke

reihen sich in eine starke Tradition von detaillierten Stadtansichten ein. Viele weitere Künstler haben die Hansestadt und ihre BewohnerInnen bereits genau unter die Lupe genommen und humorvoll in Szene gesetzt: Wir stellen einige der beliebtesten Hamburg-Miniaturen vor.

Bildband mit Hamburger Typen

Der Bildband "Hamburg deine Freakheads" zeigt Fotos der vom Künstlerehepaar Manuela und Marcus Tanzen hergestellten Figuren vor waschechter Hamburger Kulisse. Die 20 cm großen Figuren haben alle ihre eigene Geschichte: Mediengestalter, Obdachlose, St. Pauli-Fans. Wer mehr über die kleinen Charaktere wissen möchte, kann sich diesen vom Verlag KJM produzierten Film anschauen. Erhältlich ist der Band über Hamburgparadies.de.

Miniaturwunderland für alle

Wer einmal das Miniatur Wunderland Hamburg besucht hat, erkennt auf Anhieb die Liebe zum Detail, die in jeder Miniatur steckt. Besonders für ortskundige Hamburger gibt es allerhand kleine und große Finessen zwischen den Gleisen der Modelleisenbahn zu entdecken. Bekannt sind nicht nur der nachgebildete Hauptbahnhof oder die Landungsbrücken, sondern zum Beispiel auch das Paar, das sich heimlich unter freiem Himmel im Sonnenblumenfeld vergnügt. Diesen Monat bietet das Miniaturwunderland übrigens ausgewählten Terminen freien Eintritt für alle (Sozialleistungsempfänger, Alleinerziehende, Flüchtlinge und andere) an, die ihn sich normalerweise nicht leisten könnten.

Hamburger Wimmelbilder

Lebhafte Stadtansichten haben in der Hansestadt Tradition. Als "Wimmelbilder" sind die comicartigen Zeichnungen des Hamburgers Ulf Harten bezeichnet worden. Seit mehr als 20 Jahren malt der Künstler die Stadt so, wie er sie selbst erlebt – voller Leben und Überraschungen. Bei aller Übertreibung nimmt er die faktischen Details der Stadt aber keineswegs auf die leichte Schulter: "Da mache ich ganz ernsthaft und diszipliniert Studien", so der Künstler gegenüber dem NDR. Bekannt wurde der Zeichner mit dem Comicband "Das Seegurkenprinzip". Vor einem Jahr stellte die Fabrik der Künste seine einzigartigen Illustrationen aus. Als Wimmelbilder bezeichnet man detaillierte Suchbilder, die sich eigentlich in erster Linie an Kinder richten. Doch auch bei Erwachsenen sind die Suchspiele beliebt. Das bekannteste Beispiel ist sicher die "Wo ist Walter?"-Bilderbuchreihe von dem Briten Martin Handford. Längst hat sich der Rätselspaß vom Papier gelöst und ist auch im Internet entwirrbar. In oft kostenlos verfügbaren Spielen wie z. B. hier müssen oft nicht nur eine Figur, sondern gleich mehrere Gegenstände gefunden und angeklickt werden. Bild für Bild wird so eine rätselhafte Geschichte erzählt. Für aufmerksame Betrachter von Miniaturdarstellungen und Wimmelbildern zählen aber nicht nur das Suchen und Finden der Details, sondern auch die Qualität und der Witz der kleinen Kunstwerke – wie eben bei den "Freakheads" oder in dem Miniatur Wunderland.

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