150710BuddestrasseWilhelmsburg - Eine 19-Jährige ist in der Wohnung ihrer Mutter an der Buddestraße getötet worden. Ihre Leiche wurde am Freitagmorgen entdeckt. Polizisten nahmen

den Vater (44) der Getöteten fest. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm Mord vor. Der Männ war wegen häuslicher Gewalt bekannt. Seine Frau hatte ihn mehrfach angezeigt, dann aber immer danach von ihrem Aussageverweigerungsrecht gebrauch gemacht. Ein Gericht hatte nach einer erneuten Anzeige ein Kontaktverbot verhängt.

Völlig hysterisch war die Mutter (47) der 19-Jährigen am Freitagmorgen gegen 5 Uhr in einer Bäckerei aufgetaucht und hatte um Hilfe gefleht. Alarmierte Rettungssanitäter versorgten die Frau. Polizisten suchten die Erdgeschosswohnung auf, in der die 47-Jährige gemeldet ist. Dort stießen sie auf Andrzey K., der seinen fünf Jahre alten Sohn an der Hand hatte. Auf einem Schlafsofa entdeckten sie in der Zweizimmerwohnung die Leiche seiner Tochter Martyna, der offenbar durch Schläge auf den Kopf getötet wurde. Als Tatwaffe wurde eine Eisenstange sichergestellt. Polizisten nahmen den Mann fest. Sein kleiner Sohn kam zusammen mit der Mutter in ein Krankenhaus. Beide sind mittlerweile wieder entlassen. Die Frau war zunächst nicht vernehmungsfähig. Der 44-Jährige, der zum Tatzeitpunkt betrunken war, verweigerte die Aussage. Wie er in die Wohnung gekommen war, ist unklar. Offenbar hatte er noch einen Schlüssel.

150710Budde2
Die Leiche der 19-Jährigen wird abtransportiert. Foto: zv

Die Polizei geht davon aus, dass der Mann am Freitagmorgen mit dem Schlüssel unbemerkt in die Wohnung gelangte, während seine Familie noch schlief. Anwohner wollen gesehen haben, wie der Mann bereits am vergangenen Mittwoch versuchte in die Wohnung zu gelangen. Als er merkte, dass er bemerkt worden war, sei er aber getürmt. Bekannte erzählten, dass es in der aus Polen stammenden Familie mehrfach Gewaltausbrüche gegeben hatte und der Mann seine Frau in der Vergangenheit immer wieder geschlagen hatte. Die Tochter sei mehrfach dazwischen gegangen.

Die junge Frau, die im Januar nach Hamburg gekommen war, nachdem sie ihren Schulabschluss gemacht hatte, galt als selbstbewusst. Im Gegensatz zu ihrem Vater, so erzählten Bekannte, hätte sie sich um ihre Zukunft gekümmert und beispielsweise intensiv Deutsch gelernt.

Verurteilt wurde Andrzey K. in der Vergangenheit wegen häuslicher Gewalt nicht. Die Polizei hatte keine Handhabe, weil seine Frau sich nach den Anzeigen nicht als Zeugin zur Verfügung gestellt hatte. dl