100320Razzia4Harburg – Um 1.30 Uhr war die Party beendet. Blitzschnell stürmten 70 Polizisten in der Nacht zum Sonnabend den polnischen Verein „Karpaten“ an der Wilstorfer Straße. Die 49 Gäste und Mitarbeiter durften sich nicht bewegen,

mussten die Hände auf die Tische legen. So sollte verhindert werden, dass sie etwas wegwerfen konnten. Warum das so ist, zeigte die anschließende Überprüfung. Beim Türsteher (24) fanden die Einsatzkräfte einen Schlagring und eine Kugel Kokain. Andere Gäste hatten Drogen, Messer und Reizgas dabei. Weil das Lokal ein Verein ist, gilt ein Diskoabend als Sonderveranstaltung. Dort sind dann Waffen wie Messer verboten. Und genau solche Messerträger hatte die Polizei im Visier. Denn Auslöser der Aktion war eine Messerstecherei eine Woche zuvor gewesen. Am 13. März hatten sich Deutschrussen und Polen erst in, dann vor dem „Karpaten“ gestritten und geprügelt. Schließlich wurden Messer eingesetzt. Zwei Männer, darunter ein Minderjähriger, wurden dabei verletzt. Für die Polizei war das Maß damit voll. Denn der Laden war bei den Beamten in den vergangenen Monaten immer wieder im Zusammenhang mit Körperverletzungen, Diebstählen oder Drogendelikten aufgefallen. 21 bekannt gewordene Taten werden mit dem Verein in Verbindung gebracht.

Nebenbei entdeckten die Polizisten weitere Verstöße 24 Paletten des Energy-Drinks Red Bull stellten die Einsatzkräfte sicher. Die Dosen waren nicht in deutsch beschriftet. Woher sie stammen ist unklar. Laut Ordnungsamt, das an dem Einsatz beteiligt war, liegt ein Verstoß gegen die Verpackungsverordnung vor. Besonders dreist: Ein vermeintliches Deko-Gewehr, das an der Tanzfläche aufgehängt war, entpuppte sich als scharfes Jagdgewehr. Die Kleinkaliberwaffe war im Raum Wismar gestohlen worden. (zv)

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