150414MokoWilhelmsburg – Ein 17 Jahre alter Afghane ist bei einer Messerstecherei in einem Klassenraum der Nelson-Mandela-Schule getötet worden. Polizisten nahmen einen gleichaltrigen Landsmann

des Opfers fest.

Die Tat ereignete sich am Dienstag kurz nach 11 Uhr an der Außenstelle der Schule an der Prassekstraße. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler war das Opfer in einer Pause in den Klassenraum gekommen, in dem ein Deutsch-Vorbereitungskurs für Flüchtlinge stattfand.

Laut Zeugen gab es ein kurzes Gespräch zwischen den beiden 17-Jährigen. Dann zückte einer ein Messer und stach  unvermittelt auf seinen Mitschüler ein. Am Tatort ließ sich der Jugendliche widerstandslos von der kurz darauf eintreffenden Polizei festnehmen. Zuvor hatten ihn Mitschüler überwältigt. Im Klassenraum stellten laut Polizei Beamte auch ein Küchenmesser mit 20 Zentimeter langer Klinge sicher, bei dem es sich um die Tatwaffe handeln dürfte. Damit waren dem Opfer zahlreiche Stich- und Schnittverletzungen am Oberkörper und Kopf beigebracht worden, Weitere Verletzte durch den Messerstecher gab es nicht. Die Mitschüler waren unmittelbar nach der Tat aus dem Klassenraum geflüchtet. Eine Schülerin erlitt einen Schock. Sie kam ins Krankenhaus. In dem Klassenraum versuchte ein Notarzt vergeblich den 17-Jährigen zu reanimieren. Der SJugendliche verblutete. Das Kriseninterventionsteam des DRK war mit acht Mann im Einsatz, um geschockte Schüler und Lehrer zu betreuen.

Die Mordkommission ermittelt. In der Schule sicherten die Beamten Spuren. Hintergründe der Tat sind unklar. Weder der Festgenommene noch das Opfer sollen bislang der Polizei im Zusammenhang mit Straftaten bekannt sein. Bei dem Opfer handelt es sich um einen minderjährigen unbegleiteten Flüchtling, der in einer Jugendwohnung an der Stader Straße lebte. Der Festgenommene war in Bergedorf untergebracht. Er wurde noch am Dienstag von der Mordkommisson vernommen. Dabei gestand er die Tat. Zu weiteren Einzelheiten oder einem Motiv ließ er sich nicht ein. Am Mittwoch soll er dem Haftrichter vorgeführt werden.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz kam direkt zum Tatort. Es sei "ein Schatten auf unsere Stadt gefallen", sagte Scholz. Die Tat mache "fassungslos". Auch Schulsenator Ties Rabe und Innensenator Michael Neumann machten sich vor Ort ein Bild von der Situation. zv

150415OPFER

Das Opfer der Messerstecherei.Der 17-Jährige nahm als unbegleiteter
Flüchtling an einem Deutschkurs teil.

 

Veröffentlicht 14. April 2015