100101TelefonzelleWilstorf – Zwei Gymnasiasten und ein Student stecken hinter der Explosion, durch die in der Silvesternacht an der Jägerstraße eine Telefonzelle zerfetzt wurde. Alle stellten sich jetzt bei der Polizei an der Lauterbachstraße. Gebaut wurde die Bombe von einem der Gymnasiasten. Der 18-Jährige gab an, dass er die „Zutaten“ für den Sprengsatz in einem Baumarkt und einem Zoogeschäft gekauft hatte. Ihm war die Polizei bereits auf der Spur gewesen. Als er und seine Freunde sich stellten, wurde der Durchsuchungsbeschluss für die Wohnung seiner Eltern gerade beantragt.
Intelligent, aus gutem Hause, gute Schüler. So werden die drei 17, 18 und 19 Jahre alten Täter beschrieben. Mit dem Gesetz waren sie bislang nie in Konflikt gekommen. Vermutlich war es Übermut, der sie dazu brachte die selbst gebaute Bombe zu zünden. Über die verheerende Wirkung waren alle völlig Überrascht gewesen. Bis zu 15 Meter weit waren die Teile der Telefonzelle durch den Explosionsdruck geschleudert worden. Ein Autofahrer, der im Moment der Detonation an der Zelle vorbei fuhr, kam mit dem Schrecken davon. In Panik liefen die drei jungen Männer und eine Freundin (18), die nur zugeschaut hatte, davon.

Die Staatsschutzabteilung des Landeskriminalamtes, die die Ermittlungen führt, war bereits nah an dem 18-Jährigen dran. Vermutlich hatte er mitbekommen, dass in seinem Umfeld die Kripo unterwegs war. In seiner Vernehmung gab er zu, dass er noch zwei weitere Selbstbaubomben in seinem Zimmer hatte. Entschärfer rückten an. Sie stuften die Sprengsätze als so brisant ein, dass ein Transport zu gefährlich sei. Beide „Bomben“ wurden noch in der Nähe kontrolliert gesprengt. Außerdem fanden die Beamten noch mehrere Kilo einer chemischen Substanz, die als Grundstoff für Sprengstoff verwendet wird. sie wurde sichergestellt.

Die drei „Bombenbauer“ erwartet jetzt ein Strafverfahren wegen des Herbeiführens einer Sprengstoffexplosion. zv