100107WacheHarburg – Das gab es in ganz Hamburg noch nie. Unbekannte Täter gaben Schüsse auf ein Polizeigebäude ab. Passiert ist es in Harburg, im Phoenix-Viertel. Mindestens sechs Mal wurde auf das Gebäude gefeuert, in dem die

Führung der Wasserschutzpolizei und Teile der Kripo sitzen. Die Tat wurde erst jetzt entdeckt. Im vierten Stock war eine Fensterscheibe durchschossen worden. Die Kugel war dann von der Betondecke abgeprallt. Auf dem Teppich entdeckten die Beamten das verbogene Projektil.

Durch den Schusswinkel stellten die Beamten fest, dass die Kugel von der Baererstraße aus abgefeuert wurde. „Ermittler fanden auf dem Gehweg sechs Patronenhülsen vom Kaliber 9 Millimeter“, sagt Hauptkommissarin Karina Sadowsky. Die fünf weiteren Kugeln steckten in der Fassade.

Wäre nicht eine Kugel durch die Scheibe gegangen, wäre die Tat nicht so schnell bemerkt worden“, sagt ein Beamter. Ermittler vermuten, dass die Schüsse in der Silvesternacht abgegeben wurden und im Getöse des Feuerwerks untergingen. Denn niemand hat sie gemeldet. „Wir haben auch eine Anwohnerbefragung durchgeführt“, sagt Sadowsky. „Niemand hatte etwas von den Schüssen mitbekommen.“

Das Gebäude selbst war zu dem Zeitpunkt nicht besetzt gewesen. Dort verrichten Polizisten fast ausschließlich Tagesdienst. Bis Montag hatten sie frei.
„Wir ermitteln jetzt wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz und Sachbeschädigung“, sagt Sadowsky. Hinweise zu dem Täter oder seinem Motiv gibt es nicht. Allerdings hat die Kripo mit den Hülsen und deren Kugeln Spuren, die eindeutig einer Waffe zugeordnet werden können.

Die Ecke ist aber „bleihaltig“. Vor fast genau einem Jahr war in der Baererstraße ein 50-Jähriger niedergeschossen worden. Er hatte Streit in einem Kulturverein gehabt. zv